Ressourcen

Wie können wir nachhaltige Ressourcen beziehen?

Eine unserer wichtigsten Ressourcen ist das Papier. Vielen denken, dass das Drucken von Zeitschriften an sich nicht nachhaltig ist, weil dafür Bäume gefällt werden. Dem ist nicht so!

Holz ist ein CO2-neutraler Rohstoff. Für die Produktion unserer Tiefdruckpapiere verwenden die Papierhersteller nur Holz aus nachhaltig bewirtschafteten, europäischen Wäldern. Für die Papierherstellung werden keine Wälder gerodet, sondern ausschließlich Durchforstungsholz, Totholz und Sägewerksabfälle verwendet. Das Holz ausgewachsener Bäume ist viel zu wertvoll für die Papierindustrie und geht vor allem in die Bau- und Möbelindustrie. Außerdem beziehen wir das Papier zu über 90 Prozent aus Papierfabriken, die Strom aus erneuerbaren Quellen nutzen und die auf eine minimale Wasserbelastung durch Chemikalien achten.

Print ist vor allem auch deshalb ein nachhaltiges Kommunikationsmedium, weil der Papierkreislauf in Deutschland sehr gut funktioniert. Unsere produktionsbedingte Papierabfälle werden zu 100 Prozent an die Papierfabrik zurückgeliefert und dort wieder in den Papierkreislauf eingeführt. Insgesamt liegt die Recyclingquote von grafischen Papieren in Deutschland bei weit über 80 Prozent. Dieses ideale Altpapier ist ein begehrter Rohstoff der Papierindustrie. Da Papierfasern nur 5-7-mal recycelt werden können, müssen dem Papierkreislauf kontinuierlich Frischfasern zugeführt werden. Unsere Tiefdruckpapiere haben verfahrensbedingt einen hohen Anteil an Frischfasern und sind daher ein wichtiger Rohstoff-Lieferant und für einen funktionierenden Papierkreislauf unerlässlich. Ein Recyclingpapier-Anteil von 100 Prozent ist also gar nicht das Ziel: Wollte man komplett auf Recyclingpapier umstellen, gäbe es laut WEF nach rund sechs Monaten kein Papier mehr.

Bzgl. anderer Ressourcen versuchen wir so nachhaltig wie möglich zu agieren. Beispielsweise bieten wir in unserem Burda-internen Office Supply Shop Coupa nachhaltige Produkte im Bereich Bürobedarf an. Dazu zählt beispielweise Recyclingpapier von Steinbeis für unsere Etagendrucker im Büro sowie andere nachhaltige Office-Materialien. All diese Produkte werden mit dem Label „Burda Green“ gekennzeichnet.

Und BurdaDruck?

BurdaDruck ist ein zentraler Unternehmensbereich bei Hubert Burda Media und gleichzeitig als produzierendes Gewerbe für einen Großteil der CO2-Emissionen von HBM verantwortlich. Daher analysiert BurdaDruck schon seit den 90er-Jahren die Produktionsprozesse systematisch nach produktionsabhängigen Umweltaspekten und definiert Maßnahmen, wie möglichst umweltschonend und gleichzeitig qualitativ hochwertig gedruckt werden kann.

Vorrangiges Ziel ist es, die natürlichen Ressourcen zu schonen. Dafür werden Prozesse so angepasst, dass über die rechtlichen Vorgaben hinaus eine wirkliche CO2e-Reduktion erzielt wird. Geschäftsführer Heiko Engelhardt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welche konkreten Maßnahmen setzt BurdaDruck um?

Ein erster Schritt war im Jahr 1996 die freiwillige Beteiligung an EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), einem rechtlich verbindlichen Umweltaudit, anhand dessen jährlich die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung des Unternehmens überprüft wird. BurdaDruck nimmt nicht zuletzt deshalb seit 25 Jahren so erfolgreich an EMAS teil, weil der gesamte Druckprozess in hocheffizienten Kreisläufen abläuft, angefangen von der Energieerzeugung bis hin zum Abfallmanagement. Hierbei ist das Papier die mit Abstand wichtigste Ressource im Druckprozess.

Wir beziehen sämtliche Papiere ausschließlich aus nachhaltig bewirtschafteten, europäischen Wäldern. Seit 2020 ist das von BurdaDruck eingekaufte Papier zu 100 Prozent PEFC- oder FSC-zertifiziert. Berechnungen des „getting better“-Teams haben gezeigt, dass die von Burda eingekauften Papiere einen um 70 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck aufweisen als durchschnittlich grafische Papiere – und sogar einen geringeren als der von manchen Recycling-Papieren.

BurdaDruck optimiert beständig seine Prozesse, Energienutzung und Logistik. Was bedeutet dies konkret?

Zur Nachhaltigkeit gehört nicht nur Papier, auch Farbverbrauch und Verpackungen spielen eine wichtige Rolle. Durch optimierte Prozesse haben wir erreicht, dass BurdaDruck in den vergangenen 10 Jahren beispielsweise die anfallende Altpapiermenge in Relation zum Druckvolumen um rund ein Fünftel reduzieren konnte. Altpapier und anfallende Plastikverpackung werden sortenrein getrennt und zu 100 Prozent der stofflichen Verwertung zugeführt. Auch für Plastikfolie, die zum Beispiel für Paletten-Verpackung notwendig ist, haben wir 2020 eine umweltfreundlichere Alternative gefunden, die 50 Prozent weniger CO2-Emissionen verursacht.

Ebenso arbeiten wir seit Jahren an optimierten Verfahren im Druckprozess; so konnten wir den Farbverbrauch pro bedruckte Quadratmeter kontinuierlich um über 20 Prozent senken. Das in der Farbe enthaltene Lösemittel Toluol wird im Druckprozess zu über 98 Prozent zurückgewonnen und für die Herstellung neuer Farbe wiederverwendet. Die Druckzylinder befinden sich in einem fortdauernden Kreislaufsystem durch die Produktionsstätten der Druckerei, da sie nach dem Drucken zur Wiederverwendung neu aufbereitet und die benötigten Rohstoffe Kupfer und Chrom wiederverwendet werden können.

Gibt es weitere Möglichkeiten, abgesehen vom nachhaltigen Materialeinsatz, CO2-Emissionen zu reduzieren?

Eine nachhaltige Strategie im Bereich Energie ist ein sehr großer Hebel, um positiv auf die Treibhausgasemissionsbilanz einzuwirken. Im Bereich Energienutzung ist Burda daher schon sehr früh selbst aktiv geworden: Seit Anfang der 1990er Jahre betreibt BurdaDruck hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zur gleichzeitigen Gewinnung von elektrischer Energie und Wärme. Die Druckereien nutzen die entstehende Wärme zur Erzeugung des für den Druckprozess erforderlichen Wasserdampfs. Dadurch weisen die Anlagen einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 Prozent auf. Das ist doppelt so hoch wie bei der konventionellen Stromerzeugung in Dampfkraftwerken mit einem Wirkungsgrad von rund 40%.

Zusätzlich werden so auch alle weiteren Burda-Gebäude sowie der Kindergarten und das Landratsamt in Offenburg mit Wärme versorgt. Außerdem liegt der CO2-Emissionsfaktor, der für die Berechnung der CO2-Emissionen der KWK-Anlagen genutzt wird, um ca. 50 Prozent unter dem des deutschen Strommixes.

Auch im Bereich der Logistik arbeitet BurdaDruck mit einem externen Partner zusammen, der kontinuierlich in moderne Fahrzeuge der neuesten Schadstoffklasse investiert und einen entscheidenden Beitrag zum verantwortungsbewussten Umgang mit den endlichen Ressourcen liefert.

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