Interview
20.12.2022

10 Fragen an… Bastian Trini

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In der Interview-Reihe „10 Fragen an…“ stellen wir Mitarbeiter:innen aus den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen vor, damit Sie Burda und die Kolleg:innen noch besser kennenlernen. Heute haben wir uns mit Meine Familie & ich-Küchenchef Bastian Trini unterhalten. Hier erzählt der sympathische Koch und Küchenmeister aus einer Augsburger Wirtsfamilie, was er als Weihnachtsmenü empfiehlt, warum er das Winterbaden liebt und wie er die Feiertage verbringt. 

Als Nachfolger von Jörg Götte haben Sie bei Burda schon viele Sympathien gewonnen. Was fasziniert Sie an Ihrem Job?

Momentan: der Perspektivwechsel von den Großküchen in die Privathaushalte. Bis August 2022 war ich ja noch als gastronomischer Leiter und Berater bei Genusszeit tätig. Da durfte ich das Kreativteam leiten, Gastro- und Service-Leiter coachen und viele Projekte begleiten. Davor habe ich die BayWa-Kantine eröffnet und die Kantinen beim Europäischen Patentamt und bei Bosch in Holzkirchen gemanagt.

Jetzt in einem Medienhaus als Botschafter für eine etablierte Marke zu arbeiten, ist für mich wie einen neuen Beruf zu lernen. Früher dachte in an Essen in Kantinen-Dimensionen, jetzt muss ich an Familienhaushalte denken, das ist etwas ganz anderes. In der Gastronomie bekommt man vor Ort direkt Feedback vom Kunden, hier misst man den Erfolg an den Verkaufszahlen der Hefte. Das ist natürlich weniger direkt. Dafür sind die Themen hier viel familiärer und persönlicher und lassen viel Raum für kreative Entfaltung. Und was mich hier wirklich fasziniert, ist das perfekt aufeinander eingespielte Team von Gaby Höger, das in Warp-Geschwindigkeit effektive Meetings abhält. 

Auch spannend: Der ganze digitale Bereich, der zu meinen Aufgaben gehört. Dazu zählen verschiedene Küchenvideos, Live-Hacks, Basti's Produkte-Check und das Küchenstudio Live. Der digitale Bereich wird zukünftig eine große Rolle spielen. Wir möchten natürlich die Reichweite vergrößern und zusätzliche Zielgruppen für uns gewinnen.

Welche Kompetenzen braucht man für Ihren Beruf?

Empathie, Wertschätzung und Geduld. Aber vor allem ein Verständnis für Lebensmittel, ein wirtschaftliches Verständnis und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Da muss man immer up to date sein. Und schon während der Ausbildung braucht man eine dicke Haut, um dem Stress und Leistungsdruck standhalten zu können.

Was würden Ex-Kolleg:innen über Sie sagen?

Dass Sie sich bei mir gewertschätzt und sicher gefühlt haben. Dass ich ein Netter bin, denke ich. Ich habe ja eher einen Laisser-faire-Führungsstil und lasse meinen Kolleginnen und Kollegen viel Raum für Eigenverantwortung. Und wenn ich Loyalität und Treue zurückbekomme, stehe ich zu hundert Prozent hinter meinen Leuten. Jeder kann mit jedem Problem oder Thema zu mir kommen, ich bin nicht nur ehrlich, sondern auch diskret. Darum fühlen sich alle bei mir gut aufgehoben.

Was sind privat Ihre wichtigsten Küchenhelfer?

Daheim habe ich einen Gasherd, Messer von Global und Töpfe von Ikea, das ist für den Hausgebrauch völlig okay. Praktische Helferlein im Alltag sind für mich ein Fleischthermometer und ein Vakuumierer für das Sous Vide Garen – da wird vakuumiertes Fleisch lange im Wasserbad gegart. Und worauf ich auch nicht verzichten möchte, sind meine Küchenmaschine und mein Zerkleinerer von KitchenAid.

Was ist Ihre größte Stärke oder Schwäche?

Ich verbringe mehr Zeit damit, Stärken zu stärken als Schwäche zu stärken, man kann alles lernen, wenn man möchte. Eine große Stärke von mir ist „Durchhaltevermögen“, eine meiner Schwächen, "Selbstbewusstsein". Ich wirke zwar durchaus extrovertiert, aber ich bin nicht immer selbstbewusst. Zum Beispiel im Beisein von Sterneköchen wie Otto Koch, der 2009 bis 2014 das Gourmet-Restaurant im Olympiaturm geleitet hat. Oder von Holger Stromberg, mit dem ich für die Nationalelf gekocht habe, die er bei der WM serviert hatte. Ich habe viel von beiden gelernt. Aber letzten Endes kochen Sterneköche auch nur mit Wasser.

Was war bisher Ihre größte Herausforderung?

Im Ausland zu leben. Ich war 2006 für sechs Monate in Brasilien und bin mit einer brasilianischen Freundin durchs Land gereist, von Sao Paolo bis Bahia, rundum quer durch die Gegend. Wir haben am Strand, auf einer Büffel-Ranch und bei Ureinwohnern übernachtet und sind leider auch dreimal überfallen worden. Aber es war von Land und Leuten her so faszinierend, dass ich 2010 erneut ein Sabbatical genommen habe, um wieder nach Brasilien zu reisen.

Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?

Kräftig und gesund am Herd, den Rest überlasse ich meinem Zukunfts-Ich! Ich war 14 Jahre bei Genusszeit, vielleicht bleibe ich ja 14 Jahre bei Meine Familie & ich – mal sehen. Ab März jedenfalls bin ich nebenbei erst mal ehrenamtlicher Prüfer bei der IHK. Da prüfe ich Jungköche, es macht mir richtig Spaß, den Nachwuchs zu coachen. Und es ist etwas, das ich später auch mal in meiner Rentenzeit fortführen kann.

Apropos Work-Life-Balance: Wie schalten Sie in Ihrer Freizeit am besten ab?

Am glücklichsten bin ich, wenn ich mich körperlich auspowern kann. Ich golfe seit meinem zwölften Lebensjahr und bin außerdem ein leidenschaftlicher Surfer, Ausdauer-und Kraftsportler und Snowboarder. Mit diesen Interessen habe ich alle Jahreszeiten abgedeckt. Im Frühjahr und Sommer sieht man mich oft auf dem Golfplatz in Egmating und jeden dritten Sonntag zwischen Januar und Dezember sieht man mich beim Eisschwimmen. Das hält fit! Ich freue mich auch schon sehr auf den ersten Schnee, dann zieht es mich gleich auf die Skipisten in Garmisch und Kitzbühel oder Galtür. Ich bin einfach jemand, der Schnee wirklich liebt, – ein Wintermensch eben.

Wie feiert der Wintermensch Weihnachten und Silvester?

Ich feiere mit meiner Mutter Patrizia, meiner Ehefrau Adeline und meiner 21-jährigen Adoptivtochter Alisha bei meiner Schwester Anna in Großaitingen. Wir kochen immer selbst und die ganze Familie beteiligt sich am Abendessen, außer wenn Mama Käsespätzle oder Rindsrouladen kocht. Meine Frau ist Inderin, daher essen wir häufig indisch, am liebsten Linsen Dal. Im Winter verarbeite ich übrigens gerne viele Äpfel und Orangen in meinen Gerichten. Das hält warm, schmeckt lecker und ist gesund. Zu Weihnachten gibt's dieses Jahr als Vorspeise eine leichte Geflügelbrühe, als Hauptgericht, einen toskanischen Rinderbraten mit Serviettenknödeln und dazu bittere und saure Salate, das ist gut für die Verdauung. Als Dessert genießen wir dann eine glutenfreie Schokotarte. Silvester feiern wir meistens mit einem „Restl-Festl". Zum Jahresende räumen wir in der Küche so richtig auf. Da werden alle Schränke und Kühltruhen geplündert.  

Was hilft bei der Planung von Mahlzeiten in der stressigen Advents- und Weihnachtszeit?

Weniger Zeit mit dem Einkaufen zu verbringen! Ich empfehle, lieber mehrere kleine Einkäufe zu machen statt anstrengende große mit überladenen Einkaufswägen und schweren Tüten. Man kommt so oft irgendwo vorbei und könnte doch gleich etwas mitnehmen. Das spart Zeit und Nerven. An Festtagen habe ich generell von allen Basics immer etwas mehr zu Hause. Frisches Gemüse kaufe ich dann auch in größeren Mengen, z. B. Karotten, Brokkoli, Kohlrabi, Rosenkohl oder Wirsing, das kann man super vorbereiten. Wie? Putzen, waschen, klein schneiden und kurz im Salzwasser blanchieren. Auskühlen lassen und in Aufbewahrungsboxen einfrieren – am besten portionsweise. Das Gleiche geht auch mit Fisch und Fleisch. Eine gute Vorbereitung und Planung spart viel Zeit. Mein Meine Familie und ich-Redaktionstipp fürs Weihnachtsmenü: Hirschrouladen mit Bratapfel und Schwarzwurzelcremesuppe. Das Rezept gibt's gleich hier in der Fotogalerie! Viel Spaß beim Genießen und frohe Festtage!

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Bastian mit dem MFI-Team auf der Food-Messe Plaza Culinaria. V.l.: Marc Nitsch, stellv. Chefredakteur, Siggi Schuppler, Konditormeisterin, Gaby Höger, Chefredakteurin und Elke Westphal, Redakteurin © HBM

Live-Cooking mit Sigrun in der Kochshow © HBM

Bastian mit MFI-Chefredakteurin Gaby Höger © HBM

Kunstvolle Dessert-Kreationen erfordern viel Fingerspitzengefühl © HBM

Dessert oder kleines Kunstwerk? © HBM

Nicht nur optisch ein Genuss! © HBM

X-mas Style zu Weihnachten mit Mutter, Schwester und feschem Weihnachtspulli samt Faultieren mit Zipfelmütze! © HBM

Mit Ehefrau © HBM

Hummer steht zu besonderen Anlässen auch mal auf der Speisekarte © HBM

Beim Surfen am Starnberger See © HBM

Abgehoben beim Surftraining © HBM

Der Profi-Koch spielt auch profimäßig Golf © HBM

Basti beim Golfen – der Schwung sitzt © HBM

Bastis Lieblings-Weihnachtsrezepte aus dem MFI-Heft 13/2022 © HBM

Seit August dieses Jahres ist Bastian Trini als Küchenchef bei Meine Familie & ich an Bord. Im Interview spricht er über seinen Wunschjob, Wintersport und Weihnachtsrezepte

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