Weltfrauentag 2023
09.03.2023

So machen wir die Investmentwelt diverser

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Am 8. März war Weltfrauentag. Wir bei Burda wollen diese Woche ganz besonders unseren kommunikativen Fokus auf unsere weiblichen Mitarbeiterinnen setzen, auf tolle Projekte von und für Frauen hinweisen und die Arbeit und Meinungen unserer Kolleginnen in den Vordergrund rücken. Heute erzählt uns Natalie Schmitke von BurdaPrincipal Investments (BPI), warum Diversität in der Investmentbranche so wichtig ist, was für sie einen effizienten Führungsstil ausmacht und wie das richtige Mindset in der Krise für neue Investment Cases sorgen kann.

Woran arbeiten Sie gerade?

Im vergangenen Jahr haben wir uns intensiver mit dem Themenbereich auseinandergesetzt, wie Energie effizienter genutzt werden kann. Auf dieser Grundlage beschäftige ich mich momentan genauer mit ein paar spannenden Start-ups, die sich darauf konzentrieren. Innovationen in diesem Bereich sind gerade vor dem Hintergrund der aktuellen, turbulenten Zeiten sehr relevant und vielversprechende Verbraucher:innen- und produktorientierte B2B-Plattformen profitieren davon.  

Seit wann sind Sie bei uns und was haben Sie vorher gemacht?

Ich bin seit 2017 bei BPI. Davor habe ich als Investment Bankerin in London und als CFO bei einem Tech Start-up in New York City gearbeitet.

Warum ist es für Unternehmen in der Investmentbranche so wichtig, divers aufgestellt zu sein?

In einem divers aufgestellten Team im Investmentbereich können bessere Entscheidungen getroffen und einfacher neue Impulse gesetzt werden. Vielfalt ist unerlässlich, wenn man wettbewerbsfähig und innovativ bleiben und die Bedürfnisse der einzelnen Interessengruppen berücksichtigen möchte. Bei BPI sind wir stolz darauf, dass 43 Prozent unseres Teams Frauen sind. Außerdem stecken 60 Prozent unseres investierten Kapitals in Unternehmen mit mindestens einer Gründerin und diese Teams decken wiederum 39 Prozent unseres Portfolios ab. Im VC Bereich ist das außergewöhnlich.

Was macht einen weiblichen Führungsstil in der taffen, männerdominiert wahrgenommenen Investmentwelt aus?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, sich bewusst zu sein, dass Führungsstile von Person zu Person sehr unterschiedlich sein können und nicht unbedingt vom Geschlecht anhängen. Man könnte argumentieren, dass bei einem weiblichen Führungsstil Zusammenarbeit, Kommunikation und Einfühlungsvermögen mehr im Fokus stehen. Aber auch diese Eigenschaften sind nicht ausschließlich weiblichen Führungskräften vorbehalten. Ich glaube, dass effektive Führung eine Reihe von Fähigkeiten und Eigenschaften erfordert, die unabhängig vom Geschlecht entwickelt werden können.

Was fasziniert Sie an Ihrem Job?

Einer der aufregendsten Aspekte der Tätigkeit als Risikokapitalgeber:in ist die Möglichkeit, mit Unternehmer:innen zusammenzuarbeiten, die ihre Visionen mit Leidenschaft verfolgen und alles dafür geben, ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Der Prozess der Identifizierung vielversprechender Start-ups, die Bewertung ihres Potenzials und die anschließende Bereitstellung der notwendigen Ressourcen, um ihnen zum Erfolg zu verhelfen, kann unglaublich bereichernd sein. Außerdem macht es Spaß, immer über neue Trends und Technologien auf dem Laufenden zu bleiben. Risikokapitalgeber:innen müssen über ein breites Spektrum von Branchen und Märkten Bescheid wissen.

Welche Kompetenzen braucht man für Ihren Beruf?

Im Bereich Venture Capital ist eine Kombination an Kompetenzen gefragt: Um vielversprechende Start-ups zu identifizieren und ihr Erfolgspotenzial zu bewerten, braucht es analytisches Denken. Kommunikationsfähigkeit ist die Voraussetzung dafür, enge Beziehungen zu Gründer:innen und anderen Akteuren des Ökosystems aufzubauen und ein Vertrauensverhältnis zu entwickeln. Es kann auch sein, dass man im Vorstand oder als Berater:in von Start-ups tätig ist, in die investiert wurde: Um die Unternehmen anleiten und unterstützen zu können, sind Führungsqualitäten ganz wesentlich. Außerdem sind Ausdauer und Belastbarkeit in diesem hart umkämpften Bereich von entscheidender Bedeutung und zu guter Letzt muss man das Ökosystem der Start-ups genau kennen, um sich an die Veränderungen in der Branche anpassen und entsprechend weiterentwickeln zu können.

Was sind Ihre wichtigsten Tools, um effektiv zu arbeiten?

Ich bin gespannt, ob Chat GPT für mich bald wichtig wird. Möglicherweise habe ich das Tool auch für dieses Interview schon genutzt, um die ein oder andere meiner Antworten umzuformulieren…

Wie bewahren Sie in Krisenzeiten wie diesen Ihre Resilienz?

Ich glaube, dass Resilienz in schwierigen Zeiten ein gewisses Mindset erfordert, das darauf ausgerichtet ist, selbst im Angesicht von Widrigkeiten Chancen zu erkennen. Wir erleben derzeit beträchtliche Herausforderungen, die Geschichte zeigt uns aber, dass einige der erfolgreichsten Unternehmen in Momenten der Krise entstanden sind. Daher ist das aktuelle Klima ideal für die Entstehung von kapitaleffizienten Unternehmen – die dann für uns als Risikokapitalgeber attraktive Investmentmöglichkeiten darstellen.

Was ist der schwierigste Teil Ihres Jobs?

Wenn wir mit den Gründer:innen potenzieller Investments sprechen, haben wir die Gelegenheit, etwas über ihre Herzensprojekte zu erfahren, denen sie oft schon Jahre ihres Lebens gewidmet haben. Aufgrund des Risikokapitalmodells müssen wir schwierige Entscheidungen treffen und leider viele dieser Unternehmen ablehnen. Das ist auf jeden Fall der schwierigste Aspekt unserer Arbeit.

Work-Life-Balance: Wie schalten Sie in Ihrer Freizeit am besten ab?

Ich verbringe viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freund:innen und ich reise leidenschaftlich gerne. Ich habe bereits über 80 Länder bereist und möchte in Zukunft noch viele weitere sehen!

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Weitere Impressionen & Downloads

Teamwork wird bei BPI hochgeschrieben, hier mit ihren Kollegen Thomas Juvin und Francesco Moro © Natalie Schmitke

Vielversprechende Start-ups zu identifizieren und bewerten gehört zum Job: Hier war Natalie (3. von links) als Jurorin beim London Business School Booster Event – welches Start-up sie beim Pitch wohl am meisten überzeugt hat? © Natalie Schmitke

Beim Ausflug in die Salzwüste Boliviens © Natalie Schmitke

Natalie Schmitke arbeitet als Principal im Londoner BPI London Büro © Natalie Schmitke

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