DLD All Stars
10.03.2021

5 Dinge, die wir gelernt haben

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DLD All Stars – das waren drei Tage, 39 Sessions, 57 namhafte Speaker:innen und 7.500 Teilnehmer:innen, die sich für das Online-Festival registriert haben. Aber was genau sind die DLD All Stars und was haben wir von Panelisten wie Biontech-CEO Uğur Şahin, Wikipedia-Gründer Jimmy Wales oder EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gelernt? Was wir ganz sicher wissen: In Krisen zeigt sich der Zusammenhalt. Und der Zusammenhalt der DLD-Community war vom Studio in München bis hin zu den Bildschirmen an vielen verschiedenen Orten der Welt spürbar. Normalerweise hätte sich das Netzwerk zur großen Konferenz in München getroffen, aber – so viel ist klar – Corona hat unsere Welt verändert und wird dies auch nachhaltig tun, wie auch die weitreichenden Themen bei den DLD All Stars gezeigt haben. Fünf Dinge sind dabei besonders herauszustellen:

1. mRNA-Impfstoffe: Eine neue Waffe im Kampf gegen Krankheiten

Es war der November letzten Jahres, als Uğur Şahin, CEO und Gründer des Forschungsunternehmens Biontech, und sein Team weltweit den ersten Durchbruch im Kampf gegen Corona erzielten: In Rekordzeit hatten sie einen neuen Impfstoff erforscht, der in einer großen klinischen Studie eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent erzielte. Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet das Unternehmen bereits an der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen im Kampf gegen Krebs – und fand auf diese Weise nun auch eine Lösung gegen das Coronavirus. Er berichtete während der DLD All Stars persönlich von der Reise zum neu entwickelten Impfstoff und dem daraus resultierenden Erfolg.


„Wir hatten angefangen, einen Impfstoff für ein einzelnes Individuum zu machen und am Ende haben wir einen Impfstoff für die ganze Menschheit gemacht."

Uğur Şahin, CEO und Gründer Biontech


Die ganze Session mit Uğur Şahin können Sie hier ansehen.

2. Green Deal: Europa muss nachhaltiger werden

Die Pandemie hat Europas Wirtschaft hart getroffen, bietet aber gleichzeitig auch die Chance auf eine nachhaltigere Zukunft. Ein Projekt, das dieses Ziel verfolgt, ist das "New European Bauhaus", das Ursula von der Leyen vorstellte und das sich an der historischen Bauhaus-Bewegung orientiert. Das "New European Bauhaus" ist ein ökologisches, wirtschaftliches und kulturelles Projekt, das Design, Nachhaltigkeit und Investitionen miteinander verbindet, um die Umsetzung des europäischen Green Deal zu unterstützen. Ein Ansatz ist dabei ein Umdenken im Bereich Architektur: Statt Gebäude aus Beton zu bauen, die aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs zum Klimawandel beitragen, soll mehr auf Holz gesetzt werden. „Wir bauen jeden Monat ein weiteres New York City auf der ganzen Erde", so Architekt Bjarke Ingels. Mit der Verwendung von Holz könne man „eine riesige globale Kohlenstoffsenke schaffen", erklärte außerdem Klimaforscher John Schellnhuber. Bis zu 30 Prozent der globalen Emissionen an CO2 könnten auf diese Weise aufgefangen werden, sagte er. Weitere Infos finden Sie hier.

3. Lufttaxis kommen vor autonomen Autos

Nachhaltiger soll auch die Autoindustrie werden: Oliver Zipse (BMW) sagte dazu bei den DLD All Stars: „Unser Ziel ist es, das grünste Elektrofahrzeug in unserer Branche zu bauen.“ Noch weiter ging Marc Berg vom Fahrdienst Free Now: Er rechnet damit, dass es in Städten früher Flugtaxis geben wird, als selbstfahrende Autos. Eine Ausnahme macht er bei automatischen Fahrzeugen, die auf eigenen Spuren fahren.


„Aber autonome Autos, die sich wirklich ihren Weg durch dichten Verkehr suchen - das wird noch dauern."

Marc Berg, CEO Free Now Group


Florian Reuter, Chef des Flugtaxi-Entwicklers Volocopter, sagte dazu, dass vollautomatische Flüge mit den kleinen Maschinen voraussichtlich schon in den nächsten fünf bis zehn Jahren weit verbreitet sein dürften. Die gesamten Sessions finden Sie hier (Oliver Zipse) und hier (Mark Berg & Florian Reuter).

4. Weniger Social Media, mehr Datensicherheit

Weit verbreitet ist in der aktuellen Zeit auch die Nutzung von Sozialen Medien. Aber: „Netzwerke sind wie Junkfood“, stellte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales klar. Man müsse diese sehr dosiert konsumieren. Mit seinem Unternehmen WT.Social versucht er, den Menschen genau das näherzubringen: Nutzer werden dazu angehalten, zweimal nachzudenken, bevor sie etwas posten, und sollen sich an Diskursen beteiligen, anstatt sich virtuell zu streiten. Die Pandemie aber führte generell zu einer schnell voranschreitenden Digitalisierung. Viele unerfahrene Nutzer:innen seien inzwischen auf Online-Dienste angewiesen: „Wir müssen unsere Sicherheitsmaßnahmen aufrüsten. Das ist entscheidend“, so Amazon Technik-Chef Werner Vogels. Internetattacken würden häufiger werden, weswegen sich Unternehmen in puncto Datensicherheit breiter aufstellen müssen. Weitere Informationen zur Entwicklung Sozialer Medien finden Sie hier.

5. Informationen sind essenziell

Hate Speech und ein Vertrauensverlust in die Demokratie – auch dies wird von Sozialen Medien laut Experten weiter vorangetrieben. "Was die Welt braucht, ist, dass wir erkennen, dass in unserem Informationssystem eine Atombombe hochgegangen ist", sagte die philippinische Journalistin Maria Ressa und spielte damit auf das diesjährige DLD-Motto „What the World Needs Now“ an. Das Ziel sollte sein, "immuner gegen unsere eigene Hackbarkeit zu werden", erklärt The Social Dilemma-Star Tristan Harris. Technologien sollten sich viel mehr auf die Stärkung des Geistes fokussieren, statt diesem zu schaden. Die Menschen sollten außerdem wieder lernen, sich Informationen selbst anzueignen, wie Autorin Elif Shafak erklärte: „Wir haben vergessen zu sagen: 'Ich weiß es nicht.'" Wichtig sei es, sich selbst ausreichend zu informieren – man könne Wissen schließlich nicht überstürzen. Weitere Informationen hier (Elif Shafak) und hier (Maria Ressa).

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Weitere Impressionen & Downloads

Unter den Speaker:innen waren namenhafte Expert:innen und Autor:innen wie Kai-Fu Lee und Ben Horowitz (c) Dominik Gigler for DLD

Biontech-CEO Ugur Sahin erklärte im Gespräch mit Steffi Czerny die Entwicklung des mRNA-Impfstoffes (c) DLD

Ursula von der Leyen (Präsidentin EU-Kommission) sprach über das Projekt „New European Bauhaus“ (c) DLD

Oliver Zipse (BMW) besuchte Steffi Czerny im Studio und diskutierte mit ihr über neue Mobilität (c) Dominik Gigler for DLD

Hans-Ulrich Obrist (Serpentine Galleries) im Gespräch mit Schriftstellerin Elif Shafak (c) DLD

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