Marktforschung
10.12.2020

So nachhaltig beeinflusst Corona unser Medien- und Freizeitverhalten

Seit elf Monaten beschäftigt uns die Corona-Pandemie nun auch in Europa. Und was zunächst noch wie ein vorübergehender Ausnahmezustand aussah, bestimmt inzwischen unsere „neue Normalität“. Welchen Einfluss hat Covid-19 auf unser Medien- und Freizeitverhalten? Fast ein Jahr Corona haben der Burda-Vermarkter BCN und die Forschungsunit Media Market Insights zum Anlass genommen, um diese Frage nach einer ersten Studie im Frühjahr noch einmal zu stellen. Ergebnis der jüngsten Erhebung unter Konsumenten der Burda-Medien im Medienpanel by Burda*: Die Pandemie wirkt sich nachhaltig auf den Medienkonsum und auf Freizeitgewohnheiten aus.

Corona-Regeln sind mittlerweile gelebte Realität

Mehr als jeder zweite Befragte im Medienpanel by Burda (55%) hat nach wie vor Angst oder (sehr) große Angst, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Nur die Sorge um die Familie ist noch größer als die Sorge, sich selbst zu infizieren.

Sieben Monate nach der ersten Erhebung zeigt sich, dass das Virus die Lebensweise der meisten Befragten inzwischen langfristig verändert hat. Maske tragen, Abstand halten und Menschenansammlungen meiden sind bei den meisten Teil des neuen Alltags. Einige haben sich – durch Corona – zu einer gesünderen Lebensweise entschieden, achten mehr auf ihre Ernährung oder nehmen ergänzende Präparate ein, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Bedürfnis nach Information und Unterhaltung weiter hoch – mit positiven Effekten für Qualitätsmedien

Covid-19 hat auch nachhaltig Auswirkung auf das Mediennutzungsverhalten. Das hat zum einen mit dem gesteigerten Bedürfnis nach Information zu tun, aber auch mit einer Veränderung des Freizeitverhaltens allgemein. Wenn das Treffen mit Freunden ausfällt, bleibt mehr Zeit für Lesen, Fernsehen oder im Internet surfen. Spazierengehen und Aufräumen liegen ebenfalls weiter in den Top 5 der (neuen) Freizeitbeschäftigungen.

Mehr als zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten im Medienpanel by Burda gaben an, sich häufiger über die aktuelle Lage zu informieren, als vor der Pandemie. Davon profitieren insbesondere klassische Medien, zeigt der Blick in die Top 5 der Nachrichtenquellen: Öffentlich-rechtliche TV-Sender, Printmedien und Radio überzeugen hier am meisten, noch vor den offiziellen Seiten des Bundesgesundheitsministeriums. Platz fünf belegen die Nachrichtenwebsites etablierter Medienmarken. Während TV-Sender im Vergleich zur letzten Erhebung etwas verlieren, haben Zeitungen und Nachrichtenmagazine an Nutzwert gewonnen.

Bei Themen rund um Covid-19 hat für 77 Prozent der Befragten vor allem die Vertrauenswürdigkeit der Medien einen hohen Stellenwert. Auch die Vielseitigkeit der Information wird als besonders wichtig erachtet (73%). Als Bezugsquelle für Information und für Unterhaltung bestätigt die Erhebung die Relevanz von Zeitschriften: 81 Prozent der Befragten schätzen sie für Hintergrundinformationen. 63 Prozent ist es wichtig, sich ganz bewusst mit Zeitschriften abzulenken.

Vertrauen ins Gesundheitssystem wächst – Präventionsmaßnahmen werden allerdings auch kritisch betrachtet

Was das Informationsverhalten betrifft, so fühlen sich immer noch 81 % der Befragten seitens der Bundesregierung gut informiert (im Vergleich zu 86% während der ersten Erhebung im Frühjahr). Einen Anstieg verzeichnet das Vertrauen in das Gesundheitssystem. 88% sind aktuell der Meinung, dass Deutschland diesbezüglich gut bis außerordentlich gut aufgestellt ist (im Vergleich zu 81% im März). In Bezug auf die Präventionsmaßnahmen der Bundesregierung im Kampf gegen Covid-19 zeigt sich allerdings eine zunehmende Spaltung der Bevölkerung. Während weniger als die Hälfte der Befragten, konkret 46% (im Vergleich zu 73% im März), die Maßnahmen als ausreichend bewerten, ist der Anteil derjenigen, die die Maßnahmen für übertrieben halten, in den vergangenen 7 Monaten von 7% auf 18% gestiegen. Immerhin: Die Hoffnung auf einen Impfstoff stimmt etwa die Hälfte der Befragten optimistisch und lässt auf ein Leben wie vor der Pandemie hoffen.


„Unsere Erhebung zeigt, dass Covid-19 die Gewohnheiten von Konsumenten bereits nachhaltig verändert hat und wir in einer ,neuen Normalität‘ angekommen sind. Was bleibt: Menschen vertrauen klassischen Medien als Informationsquelle. Deren Glaubwürdigkeit wird im ,New Normal‘ sogar noch wichtiger als zuvor.“

Tanja Seiter, Director Media Research Media Market Insights


Die komplette Studie mit Informationen zum Einfluss von Covid-19 auf Medienkonsum, das Freizeitverhalten bis zur Weihnachtsfest-Gestaltung von Konsumenten im Burda-Medienpanel finden Sie hier zum Download.

 

* Bei der Erhebung handelte es sich um eine Online Befragung unter Panelisten des Medienpanel by Burda (N=1.035, Befragungszeitraum 13. bis 19. November 2020)

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Überblick über das Informationsverhalten der Befragten im Medienpanel by Burda. Auch im „Lockdown light“ ist das Bedürfnis nach Informationen hoch © HBM

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