Felix Burda Stiftung
15.03.2022

Das 1x1 zur Darmkrebsvorsorge

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Der Darm hat in den letzten 20 Jahren eine gewisse Karriere in der öffentlichen Wahrnehmung hingelegt. Vor allem dank der unermüdlichen Aufklärungsarbeit der Felix Burda Stiftung, wissen die meisten von uns, was der Darm täglich für die Gesundheit leistet, warum man auf seinen Darm hören und warum man noch besser auf ihn aufpassen sollte. Johanna Jacobi, Senior Projektmanagerin der Stiftung, erklärt im Interview alles Wichtige rund um die richtige Vorsorge, warum Darmgesundheit bei Männern anders läuft und warum auch junge Menschen die Darmkrebsprävention ernst nehmen sollten.

Darmkrebsvorsorge, was gibt es hier Wichtiges zu wissen?

Prinzipiell erst einmal, dass es in Deutschland für alle gesetzlich Versicherten die Möglichkeit gibt ab 50 Jahren an der Darmkrebsvorsorge teilzunehmen. Männer können ab 50 Jahren wählen zwischen einem Stuhltest oder einer Koloskopie. Frauen können einen Stuhltest und ab 55 Jahren dann auch die Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen.

Interessant, doch warum haben Männer denn schon früher die Möglichkeit eine Koloskopie zu erhalten?

Männer haben ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken als Frauen. An den Ursachen wird noch geforscht. Eine kürzlich veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass neben Lebensstilfaktoren auch die weiblichen körpereigenen Hormone oder Hormone durch die Einnahme von Hormonpräparaten (wie der Anti-Baby-Pille) als auch die Körpergröße einen Einfluss auf die Entstehung von Darmkrebs haben. Das könnte die höheren Fallzahlen bei Männern erklären, jedoch nur zum Teil.

Wie steht es denn mit der Teilnahmebereitschaft der Männer?

Seit Sommer 2019 gibt es das Einladungsverfahren, mit dem alle Anspruchsberechtigten zur Darmkrebsvorsorge eingeladen werden. Das heißt jede gesetzlich-versicherte Person ab 50 Jahren erhält eine persönliche Einladung zur Darmkrebsvorsorge von ihrer Krankenkasse. Erste Auswertungen zeigen, dass die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge gestiegen ist, wenn man den starken Einbruch während des ersten Lockdowns einmal außer Acht lässt. Das gilt für Männer, genauso wie für Frauen. Dabei ziehen sowohl Männer als auch Frauen den Stuhltest vor. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man ihn mal schnell zu Hause selbst durchführen kann. Eine Vorsorgekoloskopie ist da schon aufwändiger, doch gilt sie immer noch als der Goldstandard zur Prävention von Darmkrebs.

Legt man jedoch die Teilnahmezahlen der Männer, neben die der Frauen, so zeigt sich, dass im Verhältnis zwar deutlich mehr Frauen als Männer den Stuhltest in Anspruch nehmen, aber die Männer bei der Koloskopie nun die Nase vorn haben. Der Grund ist klar: Männer dürfen bereits ab 50 zur Spiegelung. Dadurch kommen auch mehr Teilnehmer hinzu.  

Die Felix Burda Stiftung betont häufig, dass es ein familiäres Risiko für Darmkrebs gibt. Was verbirgt sich dahinter?

Ein familiäres Risiko für Darmkrebs liegt immer dann vor, wenn ein oder mehrere Familienmitglieder an Darmkrebs erkrankt sind. Dies betrifft etwa 30 Prozent aller Darmkrebsfälle.

Wenn von einem familiären Risiko für Darmkrebs gesprochen wird, muss man zwei Sachen unterscheiden. Von einem familiär gehäuften Darmkrebs spricht man, wenn keine genetischen Ursachen zugrunde liegen, jedoch Familienmitglieder an Darmkrebs erkrankt sind oder Darmpolypen vorlagen. Es ist bei circa 25 Prozent der Betroffenen der Fall. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Familienmitglieder dann auch ein erhöhtes Risiko haben, selbst an Darmkrebs zu erkranken.

Zum anderen gibt es ein erbliches Risiko für Darmkrebs. Dies ist dann der Fall, wenn der Darmkrebs auf eine Veränderung in der Erbinformation zurück geht. Erkrankung wie HNPCC (HNPCC = engl.: Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer, auch Lynch-Syndrom) oder FAP (Familiäre Adenomatöse Polyposis) können hier zugrunde liegen. Ein erbliches Risiko für Darmkrebs liegt in 5-8 Prozent der Fälle vor.

Wenn ich jetzt weiß, dass meine Oma Darmkrebs hatte, was kann ich tun?

Am besten einen Arzt, entweder Allgemeinmediziner oder einen Magen-Darm-Arzt aufsuchen und ihm von dem Darmkrebsfall in der Familie berichten. Der Arzt wird dann eine Familienanamnese durchführen und weitere Untersuchungsmöglichkeiten eruieren. In manchen Fällen wird bereits ab 25 Jahren eine Darmspiegelung empfohlen.

Generell können wir nur empfehlen, sich – falls nicht schon bekannt – die Krebserkrankungen in der Familie nennen zu lassen. Und natürlich, unseren Schnell-Check Darmkrebs durchzuführen.

Wofür setzt sich die Stiftung noch ein?

Die Felix Burda Stiftung setzt sich besonders noch dafür ein, dass Darmkrebsfälle in der Familie demnächst standardisiert erhoben werden sollen und anhand dieser sogenannten Familienanamnese dann die risikoadaptierten Vorsorgeuntersuchungen empfohlen werden. So würden auch Menschen auf ihr familiäres Risiko für Darmkrebs aufmerksam gemacht, die davon bisher noch gar nichts wussten.

Zum anderen setzen wir uns als Stiftung dafür ein, dass den Menschen der Zugang zur Vorsorge so einfach wie möglich gemacht wird. Leider sind hier seitens des Gesundheitssystems noch ein paar Hürden eingebaut. Dies beginnt beispielsweise bei dem Informationsflyer zum Einladungsverfahren, der statistisch-kompliziert und demotivierend geschrieben ist oder auch der Prozess, den man als Patient für die Inanspruchnahme eines Stuhltests durchlaufen muss.

In Kooperation mit Focus Online findet am 24.03. außerdem ein kostenloses Online-Webinar zum Thema "Krebsvorsorge leicht gemacht" statt. Dr. Berndt Birkner, Internist und Gastroenterologe und Kurator der Felix Burda Stiftung, erklärt, wie Darmkrebs entsteht und wie man sein eigenes Risiko senken kann. Hier können Sie sich dafür anmelden.

 

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