BPI
09.09.2022

„Den Worten Taten folgen lassen“

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ESG – also Umweltschutz, Soziales und eine nachhaltige Unternehmensführung – hat im Venture Capital (VC) Bereich in den letzten beiden Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen. Für BurdaPrincipal Investments (BPI), den Wachstumskapitalgeber von Hubert Burda Media, ist ESG und Nachhaltigkeit aber nicht erst seit dieser Zeit ein Fokusthema. In ihrem Portfolio sind sozial orientierte Unternehmen ein fester Bestandteil und auch im Hinblick auf sich und weitere Stakeholder nimmt sich BPI dem Thema ganzheitlich an. Eine wichtige Grundlage dafür ist ihr zweiter ESG Report, mit dem sie sich und ihr Portfolio genauer unter die Lupe nehmen.

Zur Relevanz von ESG für VCs hat uns Clare McCartney Beer, Chief Operating Officer (COO) bei BPI, im ersten Teil des Interviews Einblicke gegeben. Im zweiten Teil verrät sie uns nun, wie sie die Ergebnisse des ESG Reports, für den sie ihre Portfolio-Unternehmen befragt haben, einsetzen und in diesem Kontext mit den Start-Ups zusammenarbeiten.

Sie beschäftigen sich intern und extern mit ESG bei BPI. Könnten Sie erklären, was das genau bedeutet? Was sind Ihre wichtigsten Ziele in diesem Bereich?

Wir wollen Worten Taten folgen lassen und sind der Meinung, dass wir unseren Portfolio-Unternehmen keine Fragen vorlegen können, die wir uns nicht auch selbst bei BPI stellen. Nach Abschluss der Befragung prüfen wir die Ergebnisse und legen Bereiche fest, die wir bei BPI genauer angehen wollen. Also in denen wir unsere Abläufe und Prozesse verbessern wollen. Nach dem ersten Bericht im letzten Jahr haben wir uns auf das Thema Vielfalt und Integration in unserem Einstellungsverfahren konzentriert und unter anderem individuelle Klimaziele innerhalb des Teams entwickelt. Im Anschluss an den diesjährigen Bericht werden wir das Thema nachhaltige Unternehmensführung im Rahmen unserer Investitionsprozesse weiter ausbauen und untersuchen, wie wir unsere internen Lieferketten nachhaltiger gestalten können.

Wie eng arbeiten Sie mit Ihren Portfolio-Unternehmen zusammen, um Ihre ESG- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen?

Genau diese Überlegung stand für uns in diesem Jahr im Fokus: Wie können wir mit unseren Portfolio-Unternehmen in Bezug auf ESG zusammenarbeiten? Wir haben damit begonnen, informellere Runden anzubieten, in denen die Portfolio-Unternehmen einander Fragen stellen oder Wissen austauschen konnten. Das sind Aspekte wie: Welche Plattformen nutzen andere zur Klimabilanzierung? Hat jemand eine gute Vorlage für einen Verhaltenskodex für Lieferanten? Die Unternehmen sind oft mit denselben Problemen konfrontiert oder haben dieselben Themen auf dem Tisch. Und da bietet sich dieser Austausch an! Außerdem haben wir jedem Portfolio-Unternehmen eine individuelle Scorecard zur Verfügung gestellt: Diese gibt einen Überblick darüber, wie sie in den verschiedenen Bereichen der Befragung abgeschnitten haben, und enthält einige Tipps, wie sie sich verbessern können. Sowohl für die Scorecards als auch für unsere Sessions haben wir gutes Feedback erhalten, so dass wir dieses Thema weiterverfolgen werden.

Fordern Unternehmen aktiv Einblicke in Ihre ESG- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen, wenn sie sich für potenzielle neue Investoren entscheiden, und wie wichtig sind diese Metriken im Entscheidungsprozess für BPI?

Ich denke, dass Unternehmen, die sich mehr auf Nachhaltigkeit konzentrieren, dies oft auch bei ihrer Investorenbasis suchen. Für sie ist es schließlich intern ein so wichtiges Thema und sie wollen wissen, dass es auf der Investorenseite geschätzt wird. Für alle anderen Start-ups ist es nie zu früh, sich mit den Themen Umwelt, Soziales und nachhaltige Unternehmensführung zu befassen oder damit zu beginnen. Mir ist klar, dass Unternehmen in einer frühen Phase nicht immer die Zeit und die Ressourcen haben, dies zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit zu machen. Aus diesem Grund ist es für uns in den frühen Phasen der Due Diligence besonders wichtig zu verstehen, ob ein Unternehmen offen und bereit ist, mit uns zusammen an dem Thema ESG zu arbeiten – für den Fall, dass es sich noch nicht selbst damit befasst hat.

In welchem Bereich besteht noch der größte Entwicklungsbedarf und was sind Ihre nächsten Schritte und Meilensteine?

Ich denke, dass sich die ESG-Schwerpunktbereiche im Einklang mit den Veränderungen in der Branche und der Technologie weiter anpassen und entwickeln werden. Es wird immer neue Bereiche oder tiefergehende Analysen geben, auf die wir achten müssen. Aus dem diesjährigen Bericht haben wir gelernt, dass Datensicherheit etwas ist, das vielleicht in den frühen Phasen der Unternehmensentwicklung oft übersehen wird. Aber es ist ein wirklich unerlässlicher Teil der gesamten Infrastruktur. Da Hubert Burda Media als großes Medienhaus über fundierte Kenntnisse zu diesem Thema verfügt, könnte dies ein gutes Thema für eine unserer nächsten Portfolio Sessions sein.

Den vollständigen ESG-Report mit allen Insights können Sie hier aufrufen.

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