Focus Innovationspreis
13.09.2022

Mut zum Scheitern: Den großen Ideen auf der Spur

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Wir leben in einer Zeit vielfältiger Herausforderungen. Vermutlich waren Innovationen noch nie so wichtig wie heute, um Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu finden. Einen Teil dieser Antworten liefern Start-ups mit neuen Ideen und innovativen Produktlösungen. Der Focus Innovationspreis des Nachrichtenmagazins Focus zeichnet bereits zum dritten Mal die besten Innovationen des Jahres und ihre Ideengeber aus, die wertvolle Impulse für die Gestaltung unserer Zukunft liefern. Die diesjährige Preisverleihung findet unter der Schirmherrschaft von Frau Bettina Stark-Watzinger (Deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung) am 15. September in München statt.

In der hochkarätigen Jury, die den Gewinner des Innovationspreises unter zahlreichen Einreichungen auswählt, sitzt Prof. Dr. Helmut Schönenberger, Mitbegründer und Geschäftsführer von UnternehmerTUM, Europas größtem Gründer- und Innovationszentrum. Wir haben ihn zum Interview getroffen, um mit ihm darüber zu sprechen, wie UnternehmerTUM und Awards wie der Focus Innovationspreis Start-ups unterstützen, wo er wichtige Innovationsfelder gerade auch in der Medienwelt sieht und was er jungen Gründer:innen empfiehlt:

Herr Schönenberger, Sie haben vor 20 Jahren gemeinsam mit Susanne Klatten UnternehmerTUM gegründet. Wie genau unterstützt die Organisation Start-ups und Gründer:innen?

UnternehmerTUM ist eine Plattform für die Entwicklung von Innovationen und ein sogenanntes „An-Institut“ der Technischen Universität München. Start-ups und Gründer:innen bietet UnternehmerTUM einen Rundum-Service von der ersten Idee bis zum Börsengang. Ein Team aus über 300 Kolleg:innen unterstützt beim Aufbau des Unternehmens, beim Markteintritt und bei der Finanzierung. Wir zeigen Unternehmertum als Karrierepfad auf – häufig in Form von Hackathons, Makeathons aber auch in Vorlesungen und Seminaren. Reift eine Gründungsidee, so kann diese in Programmen wie „Xplore“ und „Xpreneurs“ zu ersten Produkten und Dienstleistungen weiterentwickelt werden. Unser Accelerator TechFounders begleitet bei der Akquise, ersten Pilotprojekten mit Industriekunden und der frühen Finanzierungsrunde. Viele der Gründenden erhalten sogar das erste Investment von unserem eigenen Venture Capital Fonds UVC Partners.

Sie haben in dieser Zeit unzählige Start-ups in ihrer Entstehung begleitet. Was empfehlen sie jungen Gründer:innenn heute?

Aus meiner Sicht sind es drei große Aspekte: Zunächst müssen Gründer:innen unternehmerisches Know-how entwickeln, sprich ein tiefgreifendes Verständnis für Kunden und Märkte und letztlich dafür, wie man mit einer Geschäftsidee Geld verdienen kann. Gleichzeitig braucht es in der Start-up-Welt ein technologisches Verständnis für die skalierbare und nachhaltige Entwicklung von Produkten. Zweitens empfehle ich Gründer:innen sich bewusst zu machen, was es bedeutet Führungsverantwortung zu übernehmen: Sie dürfen die große Bühne nicht scheuen, müssen bereit sein, immer wieder die Extrameile zu gehen, und auch in äußerst kritischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. Und letztlich: Seid mutig! Es ist total in Ordnung auch einmal zu scheitern. Dann heißt es: Aufstehen und beim nächsten Mal besser machen.

Dieses Jahr sitzen Sie zum dritten Mal in der Jury des Focus Innovationspreises. Warum ist der Preis so wichtig?

Der Focus Innovationspreis unterstreicht die Bedeutung von Gründer:innen für den Erhalt unserer wirtschaftlichen und technologischen Souveränität in Deutschland und in Europa. Der Innovationspreis würdigt die Leistung von Start-ups für unsere Gesellschaft und schafft als Plattform Sichtbarkeit für wertvolle Ideen. Diesen Plattformgedanken teilen wir bei UnternehmerTUM.

Wie schwer fällt Ihnen als Juror die Auswahl der besten Idee aus den zahlreichen Einsendungen? Was zeichnet die diesjährigen Top-Einreichungen besonders aus?

Äußerst schwer, denn: Alle Einsendungen suchen Antworten auf die dringenden Herausforderungen unserer Zeit: von Digitalisierung und Datenschutz über CO2-Management und Nachhaltigkeit bis hin zu relevanten Gesundheitsthemen. Dabei überzeugen mich die innovativen Geschäftsideen und -modelle ganz besonders!

Der Focus Innovationspreis ist mit einem Mediavolumen von einer Million Euro dotiert. Was können Medienunternehmen darüber hinaus noch tun, um Start-ups zu unterstützen?

Sie können als Sparingspartner, Ratgeber, Kunden oder Partner fungieren. Es gibt unzählige Formate, darunter gemeinsame Veranstaltungen oder Co-Creation-Projekte, innerhalb derer beide Seiten kollaborieren und langfristig voneinander profitieren können. Auch können Start-ups beispielsweise neue Lösungen für spezifische Use Cases von Medienunternehmen finden. Letztere erhalten Zugang zu innovativem Denken und Start-ups profitieren von der langjährigen Erfahrung der Unternehmen.

In welchem Bereich sehen Sie den meisten Bedarf für neue Technologien? Und was sind wichtige Innovationsfelder speziell in der Medienwelt?

Besonders relevant ist langfristig betrachtet die Bekämpfung des Klimawandels, insbesondere die Einsparung von CO2, und damit die nachhaltige Verbindung von Ökonomie und Ökologie. Speziell in der Medienwelt sehe ich im Bereich neuer Finanzierungsmodelle viel Potenzial: Hier könnten neue Technologien aus dem Bereich Deep-Tech, beispielsweise Smarte Automatisierung oder Künstliche Intelligenz, zum Erhalt der vielfältigen Medienwelt beitragen.

Hubert Burda Media ist ein Familienunternehmen und wurde vor fast 120 Jahren gegründet. Was kann ein familiengeführtes Unternehmen mit langer Tradition von innovativen Start-ups lernen?

Ich denke, Start-ups können mit ihrem Mindset und modernen, agilen Arbeitsweisen als praxisnahe Vorbilder bei der digitalen Transformation von Familienunternehmen, sowie bei der Lösung ihrer Innovationsherausforderungen dienen. Dabei geht es nicht nur darum, analoge Prozesse durch digitale Werkzeuge zu ergänzen, sondern das Kundenverständnis fundamental anders anzugehen. Es gilt ein komplett neues Service-Produktdenken und eine andere Arbeitsstruktur im Unternehmen einzurichten.

Wir befinden uns in Zeiten der Krisen – Innovationen sind wahrscheinlich so wichtig wie nie zuvor. Was muss sich in Deutschland ändern, um innovative und neue Ideen stärker zu fördern und voranzutreiben?

Ganz einfach: Wir müssen alle gemeinsam an einem Strang ziehen! Es braucht meiner Meinung nach die Kräftebündelung ganz unterschiedlicher Partner: Familienunternehmen, Konzerne, Universitäten, Start-ups und die öffentliche Hand müssen sich die Hand reichen, sich auf Augenhöhe begegnen und eine gemeinsame Vision teilen. Dann entsteht ein Ökosystem mit einzigartiger Schlagkraft und langfristigem Denken, das dazu beiträgt, die aktuellen Krisen zu meistern.

Der Focus Innovationspreis ist mit einem Mediavolumen in Höhe von einer Million Euro dotiert. Zusätzlich erhalten die Top-Nominierten die Chance auf einen Strategie- und Investmentworkshop mit der Geschäftsführung der TEC - The Enabling Company, der Beteiligungseinheit im BurdaVerlag, die inzwischen auch eigene Angebote entwickelt. Der Gewinner oder die Gewinnerin werden im Anschluss an die Preisverleihung am 15. September 2022 an dieser Stelle verkündet.

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Weitere Impressionen & Downloads

Prof. Dr. Helmut Schönenberger, Mitbegründer und Geschäftsführer von UnternehmerTUM, sitzt in der Jury des Focus Innovationspreises © UnternehmerTUM

Der Focus Innovationspreis findet am 15. September 2022 in München statt © Focus Innovationspreis

 

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