Eatbetter
24.03.2021

„Intervallfasten ist eine gute Sache!“

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Der Frühling naht und einige von uns leiden nach Monaten im Homeoffice unter unerwünschten Lockdown-Kilos. Denn für viele Menschen war Essen in den letzten Monaten nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Ablenkung oder Trost. Statt Selbstgekochtes gab es oft Lieferdienst, Tiefkühl-Pizza und Junkfood. Jetzt, wo der Frühling naht, ist es eine gute Gelegenheit, den Kilos den Kampf anzusagen und dem Körper mit gesunder Ernährung wieder etwas Gutes zu tun. Was man eigentlich unter gesunder Ernährung versteht und welche Rolle der Darm dabei spielt, verrät uns Gastroenterologin und Ernährungsmedizinerin Prof. Yurdagül Zopf am Eatbetter-Day, dem 25.3., um 10 Uhr in ihrem Vortrag über Ernährungswissen.

Wie wird man am besten schlank, mit einer Diät oder einer Ernährungsumstellung und was ist genau der Unterschied?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter einer Diät eine Ernährungsweise verstanden, bei der etwas weggelassen wird. Meist geht es um eine Kalorienbeschränkung, es kann aber auch sein, dass bestimmte Lebensmittel gemieden werden. Eine Diät sollte immer nur für kurze Zeit erfolgen, da sonst das Risiko steigt, nicht ausreichend Nährstoffe und Vitamine aufzunehmen. 

Eine Ernährungsumstellung bezeichnet eine Änderung der bisherigen Ernährungsgewohnheit und ist daher viel langfristiger. Meist geht es darum, dass die Ernährung gesünder werden soll. Hierbei werden aber keine Lebensmittel pauschal ausgeschlossen, sondern es wird nur die Häufigkeit verändert. So würde man zum Beispiel empfehlen, Vollkorn-Nudeln statt „hellen“ Nudeln zu verwenden oder das Gemüse nicht stark im Fett anzubraten, sondern lieber zu dünsten. Man würde auch empfehlen, einmal am Tag eine kleine Handvoll Süßigkeiten zu genießen, mit voller Aufmerksamkeit, statt sie über den Tag verteilt unbemerkt im Mund verschwinden zu lassen. Hier geht es also darum, Gewohnheiten langfristig so zu verändern, dass die Ernährung gesünder wird, ohne dass sie starken Einschränkungen unterliegt. Dabei verliert man meist ebenfalls Gewicht, da unter dem Strich weniger Kalorien aufgenommen werden, obwohl man nicht hungern muss.

Intervallfasten ist gerade besonders hoch im Kurs. Was halten Sie von diesem Trend? Top oder Flop?

Das kommt immer darauf an, was man in der Zeit isst, in der man essen darf!

Intervallfasten im Sinne von 16:8 halte ich zum Beispiel für eine gute Sache, wenn man dazu neigt, abends viel zu naschen oder morgens bereits ein großes Frühstück einzunehmen, obwohl man vormittags eigentlich nur vor dem Bildschirm sitzt. So spart man sich Energie, die der Körper eigentlich gar nicht benötigt. Nachts zum Schlafen haben wir nur einen geringen Umsatz und brauchen die Kalorien aus Knabbersachen eigentlich nicht. Manchen Menschen fällt es durch diese „Regel“ leichter, nicht zur Chipstüte etc. zu greifen. Grundsätzlich ist jedoch vor allem entscheidend, WAS man in der Zeit isst, in der man essen „darf“. Grundlage sollte auch hier eine gesunde Ernährung sein, wobei man sich zum Beispiel an der Ernährungspyramide der DGE, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V., oder der mediterranen Ernährungspyramide orientieren kann. 

Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch oder vegan. Bekommt man da eigentlich genug Vitamine und Mineralstoffe?

Werden Fleisch (und Milchprodukte) einfach nur weggelassen, bekommen Vegetarier und Veganer definitiv nicht ausreichend Nährstoffe! Sie müssen sich daher immer informieren, wie sie zum Beispiel Protein, Eisen und Calcium aus tierischen Produkten ersetzen können. Zum Beispiel Protein und Eisen durch Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, sowie Rote Bete oder Calcium aus Brokkoli, angereicherten Pflanzendrinks oder Calcium-reichem Mineralwasser.

Viele leiden unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Muss man deswegen gleich zum Arzt?

Wenn man keine Beschwerden hat und sich insgesamt gut fühlt, besteht erst einmal kein Bedarf, sich untersuchen zu lassen. Auch gelegentliches Völlegefühl oder Blähungen sind völlig normal. Je nach aktuellem Lebensstil, Stresslevel und Menge der Lebensmittel verträgt man auch mal etwas besser oder schlechter. Das ist ganz natürlich. Fructose, also Fruchtzucker, zum Beispiel vertragen viele Menschen nur in Maßen und bekommen daher Blähungen oder Diarrhoe bei großen Mengen, da die Kapazitäten des Fruchtzucker-Transporters einfach nicht so groß sind. Meistens passt man die eigene Ernährung ganz automatisch daran an. Man sollte sich auf keinen Fall verrückt machen und sollte Vertrauen in seinen Körper haben.

Weitere gesunde Rezepte und Tipps für eine ausgewogene Ernährung erhalten Sie auf Eatbetter.de.

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