Im Rahmen des BJS-Sommercamps besuchten die Volontär:innen das ehemalige Wohnhaus der Verlegerin Aenne Burda. Biografin Ute Dahmen nahm sie mit auf eine Reise durch das Leben der Wirtschaftswunderfrau.
Starke Geschichten, journalistisches Handwerk und ein Gespür für Themen, die Menschen bewegen: Beim diesjährigen Reportagewettbewerb der Burda Journalistenschule wurden drei Volontärinnen des Jahrgangs 2025-2027 für ihre herausragenden Texte ausgezeichnet. Ihre Reportagen zeigen, was gute journalistische Ausbildung bei Burda ausmacht: Nähe zu den Menschen, präzise Beobachtung und Relevanz.
Unter den 19 eingereichten Reportagen überzeugten vor allem die Beiträge von Anna Kirchhofer, Julia Grundner und Anna Wehler. „Die Jury war insgesamt von der Qualität der Stücke sehr angetan!“, sagt Nikolaus von der Decken, Leiter der Burda Journalistenschule, über die Arbeiten des aktuellen Jahrgangs.
Die Gewinnerinnen wurden von einer vierköpfigen Jury ausgewählt: Patricia Riekel (ehemalige Chefredakteurin von Bunte und Instyle), Anke Helle (Chefredakteurin Freundin), Jennifer Schwengers (stellvertretende Chefredakteurin Lisa) und Marc Brost (Ressortleiter Ausland bei Focus). Für Jennifer war die Entscheidung keine leichte: „Mir ist die Punktevergabe nicht leichtgefallen, da die Reportagen thematisch und sprachlich so vielfältig waren.“
Gerade in einer Zeit, in der Inhalte immer schneller produziert werden und KI neue Möglichkeiten schafft, bleibt die Reportage eine besondere journalistische Form. Sie lebt von unmittelbarer Erfahrung, genauer Beobachtung und glaubwürdiger Einordnung.
So beschreibt es auch Jurymitglied Anke Helle: „Die Reportage war schon immer die Königsdisziplin des Journalismus – aber im Zeitalter der KI wird sie wichtiger denn je. Denn sie leistet genau das, was keine Maschine kann: Eine Reporterin, ein Reporter ist vor Ort, mittendrin in einer echten Situation – beobachtet, riecht, schmeckt und lässt sich überraschen. Aus diesem unmittelbaren Erleben entsteht ein Text mit einer Wahrhaftigkeit, die sich nicht simulieren lässt.“
Dass die Volontär:innen des Jahrgangs 2025-2027 genau dieses journalistische Gespür mitbringen, zeigt sich in den ausgezeichneten Arbeiten besonders deutlich.
Wie verändert sich Cafékultur heute? Während die Kaffeekette LAP Coffee in Berlin Filiale um Filiale eröffnet, kämpfen Kiezcafés ums Überleben. Anna Kirchhofer geht der Frage nach, ob günstige Ketten und inhabergeführte Cafés koexistieren können.
Die Jury würdigte besonders die journalistische Haltung und die erzählerische Form des Textes. Anke Helle sagt: „Die Reportage über den Aufstieg der Kaffeekette LAP Coffee und den Kampf kleiner Kiezcafés trifft den Nerv der Zeit. Der Perspektivwechsel in der Erzählform macht die Gegensätze besonders eindrücklich erlebbar – ein innovativer, gesellschaftlich relevanter Text einer Reporterin mit Haltung.“
Julia Grundner begleitet in ihrer Reportage Elisabeth Jordan, Case-Managerin im Brustzentrum des RoMed-Klinikums Rosenheim. Sie kümmert sich um krebserkrankte Frauen von der Diagnose bis zur Entlassung und ist vor allem dafür da, den Patientinnen Halt zu geben.
Anke hebt besonders die emotionale Qualität des Textes hervor: „Die Autorin beschreibt mit sehr viel Wärme und Empathie – und ohne jede Spur von Kitsch – eine besondere Frau. Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen werden spürbar, ohne dass die Menschlichkeit je in den Hintergrund tritt. Das macht den Text so stark.“
In ihrer Reportage begleitet Anna Wehler die Berliner Taxifahrerin Natascha Oehmig, die für das Unternehmen G-Cars arbeitet. Das Ziel: Frauen mehr Sicherheit im öffentlichen Verkehr zu bieten. Doch trotz des gesellschaftlich relevanten Angebots ist der Konkurrenzdruck durch Anbieter wie Uber oder Bolt groß.
Die Jury lobte vor allem die Nähe zur Protagonistin und die genaue Beobachtung. Jennifer Schwengers sagt: „Die Taxigeschichte lebt von der Protagonistin und der genauen Beobachtung. Man leidet ein bisschen mit ihr, denn sie macht eigentlich einen wichtigen Job, nur will ihn keiner haben.“
Der Reportagewettbewerb zeigt, wie praxisnah und anspruchsvoll die journalistische Ausbildung bei Burda ist. Volontär:innen arbeiten an echten Themen, entwickeln ihre eigene Handschrift und lernen, Geschichten zu erzählen, die Menschen erreichen.
Wir gratulieren Anna Kirchhofer, Julia Grundner und Anna Wehler herzlich zu dieser starken Leistung und freuen uns über drei Reportagen, die eindrucksvoll zeigen, was Nachwuchsjournalismus bei Burda auszeichnet: Neugier, Verantwortung, Relevanz und erzählerische Qualität.