Burda bewegt
03.07.2020

Lauftipps vom Profi

Christine Theiss ist müde. Letzte Nacht kam sie erst um vier Uhr morgens ins Bett, weil sie mit ihrer Rettungshunde-Staffel vom Münchner Arbeiter-Samariter-Bund zu einem Einsatz musste. Eine demente ältere Dame war mitten in der Nacht aus ihrem Altersheim ausgebüxt, musste mit den Spürhunden gesucht und wieder zurückgebracht werden. Hilfe rund um die Uhr: Ein ehrenamtliches, zeitintensives Engagement, das die Ex-Kickboxerin seit 2008 betreibt und braucht, „wie die Luft zum Atmen“ und auf das sie trotz ihres heutigen Jobs als Fit for Fun-Herausgeberin nicht verzichten möchte. Denn Gutes tun macht glücklich, weiß Christine Theiss. Auch ein Grund, warum sie am 16. Juli bei der bundesweiten „Burda läuft Challenge 2020“ mitläuft, um mit dem Charity-Event Kindern in Not zu helfen. Hier gibt sie Tipps, wie man sich auf so einen Lauf vorbereitet und auch in Zukunft das Beste aus sich herausholt. Und sie verrät, warum „Hermes“ sie dabei beflügelt. 

Wo kann man Sie bei der Burda läuft-Challenge am 16. Juli antreffen?

Vielleicht am Ammersee oder im Münchner Norden, der Nordteil des Englischen ist ja wunderschön, da stößt man sogar manchmal auf einsame Schafherden. Ich liebe es einfach, in der Natur zu laufen und ich will dabei keinen Stein zweimal sehen. Bei der „Burda läuft Challenge 2020“ würde ich gerne 12 Kilometer in einer Stunde schaffen. Was mich dabei beflügelt? Hermes. Nicht der Götterbote, sondern mein Hund, ein Boxer, der fitter ist als ich. Er liebt es, zu laufen und hat eine top Kondition. Als Rettungshund ist er extrem durchtrainiert, der besteht nur aus Muskeln und hat selbst nach einer Stunde noch keine Ermüdungserscheinungen.

Wie bereitet man sich am besten mental auf so einen Lauf vor?  

Man sollte sich ein konkretes Ziel, ein bestimmtes Ergebnis, vornehmen. Das ist schon mal der wichtigste Schritt. Wenn man ganz ohne Ziele anfängt, dann wird das nichts. Und wenn man noch nie gelaufen ist, sollte man sich kein zu großes Ziel vornehmen, sonst ist es frustrierend. Besser kleine Steps. Denn wenn man sich anfangs überfordert, bekommt man zum Beispiel Seitenstechen und hat dann keine Lust mehr. Bei der „Burda läuft Challenge“ hat man ja ein handfestes Ziel, ein Datum, auf das man hinarbeitet. Man möchte mit den Kollegen mithalten und auch Beitrag zum Ganzen leisten. Das motiviert. Und so ein Charity-Lauf kann ein schöner Anstoß sein, mit dem Laufen zu beginnen oder endlich wieder damit anzufangen. 

Was ist vor dem Lauf noch wichtig?

Nicht mit leerem Magen joggen zu gehen. Das machen so viele falsch, gerade die, die schnell abnehmen wollen. Das ist das Dümmste, was man machen kann. Man sollte eine halbe oder Dreiviertelstunde vorher etwas essen, und zwar kohlenhydratreich, zum Beispiel ein bis zwei Scheiben Vollkornbrot (kein Weißbrot!) mit Honig. Dann hat man gesunde, kurzkettige Kohlenhydrate, die der Körper sofort beim Joggen braucht (den Honig) und langkettige (das Vollkornbrot), mit denen er Stunden versorgt ist. Viele gehen ohne vorher etwas zu essen joggen und zerlegen danach den Kühlschrank, weil sie so Hunger haben. Also besser vorher fit futtern!  

Wie überwinde ich mich, als Anfänger, den ersten Schritt zu tun und den Lauf dann auch durchzuhalten?

Am besten trägt man sich diesen und alle vielleicht folgenden Lauf-Termine in den Kalender ein. Das wäre ein super Vorsatz! Dann sind diese Slots immer für den Sport reserviert. Das ist ein guter Trick. Man kann sich auch jedes Mal danach einen Smiley in den Kalender kleben oder ins Handy eintragen, so dass man optisch sieht, dass man es geschafft hat und wenn man dann am Ende der Woche drei Smileys sieht, ist das ein echtes Erfolgserlebnis. Man sollte auch nicht zu viel Zeit damit verbringen, rumzujammern oder sich Ausreden auszudenken, denn in der Zeit ist man schon dreimal losgelaufen. Und irgendwann kommt man in einen ‚Flow‘. Man denkt nicht mehr über jeden einzelnen Schritt nach oder sinniert darüber, was man da eigentlich macht, denn irgendwann beginnt der Kopf, gar nichts mehr zu denken, die Schritte kommen dann ganz automatisch.

Muss man sich vorher stretchen oder kann man einfach loslaufen?

Einfach langsam loslaufen reicht völlig aus. Wenn man das Bedürfnis hat, sich zu dehnen, was grundsätzlich nicht verkehrt ist, dann eher hinterher. Vorher dehnen bringt gar nicht so viel. Das verringert auch nicht die Verletzungsgefahr. Ein Warm-Up im Sinne von langsam loslaufen und erst allmählich das Tempo steigern ist wichtiger als Dehnen.

Was ist die perfekte Lauftechnik?

Grundsätzlich ist es so, dass man mit der Ferse aufsetzt und über den ganzen Fuß abrollt. Aber das ist individuell. Bei mir war es so, dass ich eine Zeitlang Kniebeschwerden hatte, darum habe ich meinen Laufstil geändert, setze jetzt mit dem Mittelfuß auf und rolle erst ab da ab. Seitdem habe ich keine Knieschmerzen mehr. Und: Je schneller man läuft, desto mehr läuft man nur noch auf dem Vorfuß. Das hat was mit Geschwindigkeit zu tun. Das kann viele Laufprobleme lindern.

Wie findet man das optimale Tempo für sich heraus?

Man sollte noch atmen können (lacht). Für Anfänger ist es sinnvoll, dass man in einem Bereich läuft, in dem man gut kürzere Sätze sprechen kann. Das ist etwa eine Pulsfrequenz um die 140, da kann man sich noch ganz gut unterhalten. Und das wird mit der Zeit immer besser, weil sich das Herz-Kreislauf-System innerhalb von drei Wochen an die neue Belastung anpassen kann.

Braucht man spezielle High Tech-Klamotten zum Laufen oder genügt die gute alte Jogginghose?

Ganz ehrlich: Wenn man nicht oft joggt, muss man nicht hunderte von Euro für die schicksten Laufklamotten ausgeben. Man sollte erst mal schauen, ob der Sport grundsätzlich zu einem passt. Man kann prinzipiell in allem laufen, es ist nicht zwingend erforderlich, dass man Funktionswäsche trägt. Aber diese Wäsche hat natürlich den Vorteil, dass sie schön leicht ist, den Schweiß schneller nach außen transportiert und schnell trocknet. Man muss dann nicht in einem nassen Shirt herumrennen, das ist viel angenehmer. Wenn man sich entscheidet, regelmäßig zu joggen, kann ich Funktionswäsche nur empfehlen.

Was ist nach dem Lauf wichtig?

Wer will und es noch nicht getan hat, kann danach wunderbar noch fünf bis zehn Minuten Krafttraining mit Bauch- oder Rückenübungen einlegen. Danach ist auch ein guter Zeitpunkt, um sich schön zu stretchen. Wer abends läuft und danach bald ins Bett geht, kann sich ein schönes Bad zur Entspannung gönnen. Ich persönlich bin ja eher der Dusch-Typ und ein Morgenläufer und würde hinterher niemals in die Wanne gehen, weil man dann diesen Hallo-Wach-Effekt, den man vom Joggen hat, verliert. Man fühlt sich danach eher so, als würde man Bäume ausreißen können.   

Was tun, wenn man nach dem Burda-Lauf auf den Geschmack gekommen ist und weitermachen oder sein bisheriges Fitnesslevel steigern will?

Die Lauf-Einheiten nach und nach erhöhen. Und für Fitness-Freaks: Joggen mit Krafttraining kombinieren! Ich ergänze meinen Lauf fast immer mit einer 10-15-minütigen Krafteinheit am Umkehrpunkt. Das gibt mir ein besseres Körpergefühl, weil ich eben nicht nur die Beine trainiere. Darum mache ich Plank-Übungen für Rumpf, Bauch, Rücken, um meine Muskulatur zu stärken und Überlastungen zu vermeiden. Ich habe übrigens ein Buch herausgebracht „Pimp your Running – Lauf dich stark mit meinem Power-Workout“, das sind 99 Übungen, bei denen man seine Umgebung ins Training mit einbezieht. Von der Parkbank über die Wiese bis zur Treppe. Sprich: Man kombiniert Joggen mit Krafttraining. Und das ist dann wirklich perfekt! Und das Schöne ist ja: Je mehr Muskulatur man hat, desto mehr Kalorien verbrennt man.

Macht Sport glücklich?

Auf jeden Fall. Sport macht super glücklich. Manchmal hat man vielleicht keinen Bock darauf, aber wenn man es geschafft hat, ist man stolz. Diese intrinsische Motivation ist ein sehr erhebendes Gefühl. Vor allem, wenn man damit, wie bei Burda läuft, nebenbei so viel Gutes tun kann. 

Sie sind 23-malige Kickbox-Weltmeisterin, Ärztin, Moderatorin, Buchautorin und Fit for Fun-Herausgeberin. Was sind Ihre nächsten Ziele?

Beim Kickboxen war immer der nächste Kampf der wichtigste, dem habe ich immer alles untergeordnet. Das ist heute noch so. Wenn ich eine Aufgabe habe, möchte ich sie richtig gut machen. Aber ich hatte nie die ganz großen Ziele im Leben, ich war immer locker in der Hüfte und habe zugegriffen, wenn sich eine Chance geboten hat. Es kommt, wie es kommt. Fit for Fun war auch kein Ziel von mir und ich finde es genial, es macht wahnsinnig viel Spaß. Ich finde, man sollte immer offen bleiben für Neues und das dann mit vollem Einsatz machen.

„Also: Macht mit bei der Burda läuft Challenge 2020“, sucht Euch eine schöne Laufstrecke heraus und lasst Eure Schuhsohlen glühen, um viele Kilometer für Kids zu sammeln!“

Hier findet Ihr nochmal alle Infos rund um die „Burda läuft Challenge“.

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