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Manche Abende leben von ihren Gästen. Andere von ihren Botschaften. Beim Felix Burda Award kam am Sonntag beides zusammen.
In der Berliner Axica kamen Vertreter:innen aus Medizin, Wissenschaft, Politik, Medien und Kultur zusammen, um Menschen und Projekte auszuzeichnen, die sich engagieren und Prävention sichtbar machen. Mit der Eröffnung durch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erhielt der Abend zugleich ein starkes gesundheitspolitisches Gewicht. Und im Mittelpunkt des Abends stand die Frage: Wie schaffen wir es, Prävention stärker im Alltag der Menschen zu verankern und welche Verantwortung tragen dabei Politik, Gesellschaft und auch Medien?
Die prägte auch die politische Podiumsdiskussion unter dem Motto „Prävention: Nice to have oder necessary to have?“. Gemeinsam diskutierten Vertreter:innen verschiedener Parteien darüber, welche Rolle Prävention künftig im Gesundheitssystem spielen muss und welche konkreten Schritte nötig sind, um mehr Menschen für Vorsorgeangebote zu erreichen. Denn die Zahlen sprechen für sich: Von den rund 300 anwesenden Gäst:innen haben statistisch gesehen zwei Menschen ein erbliches Darmkrebsrisiko, gab Preisträger Robert Hüneburg zu bedenken.
„Der Felix Burda Award hat in mehr als zwei Jahrzehnten rund 170 Preisträger:innen öffentlich gewürdigt, deren Engagement im Kampf gegen Darmkrebs sonst wohl nur innerhalb der Communitys begrenzte Beachtung erfahren hätte“, betont Heidrun Thaiss, Director Medicine & Science der Felix Burda Stiftung. „Er hat sich zum medial erfolgreichsten Präventionspreis in Deutschland entwickelt, der für Sichtbarkeit, Vernetzung und Anerkennung in einem Feld steht, in dem Aufklärung die Gesundheit erhält und Reichweiten Leben retten.“
Seit ihrer Gründung durch Christa Maar und Hubert Burda im Jahr 2001 verfolgt die Felix Burda Stiftung ein klares Ziel: das Bewusstsein für Darmkrebsprävention zu stärken und Menschen zu informieren, bevor die Krankheit entsteht. Der Felix Burda Award macht dieses Engagement Jahr für Jahr sichtbar, indem er Forschung, Aufklärung und gesellschaftliches Engagement auf eine große Bühne bringt.
Für Burda ist dieses Engagement weit mehr als gesellschaftliche Verantwortung. Elisabeth Varn, Co-CEO des BurdaVerlags und stellvertretende Beiratsvorsitzende der Felix Burda Stiftung, betonte in ihrer Eröffnungsrede die gemeinsame Mission von Verlag und Stiftung: „Gesundheit ist eine journalistische Kernkompetenz des BurdaVerlags und fest in der DNA vieler unserer Marken verankert. Deshalb passt die Felix Burda Stiftung so gut zu uns. Sie zeigt seit Jahren, wie viel Positives entstehen kann, wenn Prävention die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient.“
Der Abend machte deutlich: Erfolgreiche Darmkrebsprävention braucht viele Akteure - medizinische Forschung, bessere Versorgungsstrukturen, zielgruppengerechte Kommunikation, starke öffentliche Stimmen und politisches Handeln.
Die diesjährigen Preisträger zeigen, wie vielfältig erfolgreiche Prävention aussehen kann: In der Kategorie „Engagement“ zeichnete die Jury die Wiener Kampagne „Darm checken – Leben retten“ aus. Mit prominenten Unterstützer:innen und klaren Botschaften macht sie die Darmkrebsvorsorge sichtbar und erreicht Menschen dort, wo Aufklärung Wirkung entfalten kann.
Der Award in der Kategorie „Medizin & Wissenschaft“ ging an ein interdisziplinäres Team, das neue Wege bei der frühzeitigen Identifikation des Lynch-Syndroms beschreitet. Die systematische Erkennung dieser erblichen Form von Darmkrebs kann künftig vielen Betroffenen und ihren Familien zugutekommen.
Besonders bewegend war die Verleihung des Ehrenfelix an Ronja Fleckenstein. Die Münchner Designerin erhielt mit nur 26 Jahren die Diagnose Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Heute nutzt sie ihre persönliche Geschichte, um aufzuklären, Betroffene zu vernetzen und insbesondere junge Menschen für Vorsorge und Früherkennung zu sensibilisieren. Ihre Auszeichnung nutzte sie für einen eindringlichen Appell an die anwesende Gesundheitsministerin. Sie widmete ihre Dankesrede der Petition auf das "Recht auf Vergessenwerden", die bereits von rund 52.000 Menschen unterzeichnet wurde. "Und eine Stimme davon bin ich", so Ronja.
Sie wies sie darauf hin, dass rund 4,5 Mio. Menschen in Deutschland mit oder nach einer Krebserkrankung leben würden. Mehr als 60 Prozent von ihnen würden als Langzeitüberlebende gelten. Aber: „Geheilt muss auch rechtlich geheilt bedeuten“. Aktuell, so die Preisträgerin, würden medizinisch als "geheilt" geltende Betroffene auch Jahre nach ihrer Erkrankung stigmatisiert, erhielten etwa keine (Immobilien-) Kredite, Versicherungen oder dürften keine Kinder adoptieren. Mutig richtete sie ihren Appell direkt an die Gesundheitsministerin. Unter Standing Ovations und jeder Menge glänzender Augen nahm Ronja Fleckenstein ihren Ehrenfelix entgegen.
Für eine Überraschung sorgte die Verleihung des Milestone Award an Klaus Holetschek, heute Fraktionsvorsitzender der CSU im Bayerischen Landtag. Gewürdigt wurde er v.a. für die Umbenennung seines Ministeriums als damaliger bayrischer Gesundheitsminister in Bayrisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Bildmaterial finden SIe unter folgendem Link: Felix Burda Award 2026