Nate Glissmeyer, HolidayCheck Group AG
24.01.2019

Nachgefragt beim CTO

Nate Glissmeyer, HolidayCheck Group AG
24.01.2019

Nachgefragt beim CTO

Nate Glissmeyer ist Chief Product Officer (CPO) und Chief Technology Officer (CTO) bei der HolidayCheck Group AG und erklärt in folgendem Interview unter anderem wie Künstliche Intelligenz beim Urlaubsbewertungsportal zum Einsatz kommt und warum nur fünf Zeilen Code der Programmiersprache Python Gänsehaut verursachen können.

Bitte erklären Sie kurz, was Sie als CTO machen: Was sind Ihre Aufgaben und was ist die Vision von Holidaycheck?

Unsere Vision ist, das urlauberfreundlichste Unternehmen der Welt zu werden. Meine Aufgabe als CPO und CTO besteht darin, bei der Entscheidung, was wir für unsere Urlauber tun und wie wir es tun, zu unterstützen. In meiner Rolle als CTO befasse ich mich vor allem mit der täglichen Geschäftsführung und dem Geschäftsaufbau. Ich hinterfrage, ob unsere Vision klar genug ist, so dass alle unsere Ingenieure wissen, wie sie sofort mit der Umsetzung beginnen können. Wenn sie das nicht wissen, ist meine Aufgabe nicht erfüllt.

Es ist sehr spannend, für viele verschiedene Bereiche verantwortlich zu sein – von Spear-Phishing-Angriffen über unsere eigenen Programmierschnittstellen bis hin zu Technologie-Fusionen und -Übernahmen anderer Unternehmen. Ich bin immer wieder beeindruckt von der großen Brandbreite und dem hohen Maß an Komplexität. Mein Team leistet großartige Arbeit und gibt mir kontinuierlich Feedback. Wir setzen uns regelmäßig zu „Kaffee & Kuchen-Sessions“ zusammen und sprechen sehr offen über Verbesserungen, die wir vornehmen können. Das hilft mir zu verstehen, wie es sich anfühlt, bei uns zu arbeiten. Diesen Teil meines Jobs mag ich sehr.

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde. Sie wird heute in immer mehr Bereichen eingesetzt. Können Sie uns ein Beispiel geben, wie sie diese Technologie in Ihrem Unternehmen zur Anwendung bringen?

Holidaycheck sammelt seit über 20 Jahren detaillierte Hotelbewertungen. Hier geht es nicht um Bewertungen in Form von Sternchen oder nach oben oder unten zeigende Daumen, sondern es handelt sich um Fließtext, der eine umfassende Beschreibung des Hotels oder des Urlaubs wiedergibt und viel über den Schreibenden aussagt. Dieses ausdrucksstarke, vielschichtige Material beginnt für Maschinen verwertbar zu werden, was ich einfach unglaublich finde.

Wir haben eine Beta-Version einer Software im Einsatz, die eine Bewertung in den eigenen Worten des Urlaubers zusammenfassen und ein direktes, prägnantes Zitat hervorheben kann. Das ist sensationell! Stellen Sie sich einen guten Redakteur vor, der den wesentlichen Punkt einer Argumentation auswählen und zusammenfassen kann – und dann wird Ihnen klar, dass es sich bei diesem kompetenten Redakteur um fünf Zeilen der Programmiersprache Python handelt. Da kriege ich Gänsehaut!

Das Inkrafttreten der DSGVO 2018 hat den Blick auf die klassischen IT-Themen Sicherheit und Compliance gelenkt. Was sind aus Ihrer Sicht die Vor- und Nachteile dieses Gesetzes?

Deutschland hat ohne Frage beim Thema Datenschutz und dem Recht auf Privatsphäre eine weltweite Vorreiterrolle. Die unverzichtbaren von der DSGVO gewährten Rechte sind mutig und stellen sicher, dass Nutzer zukünftig einen unvorhergesehenen Verlust von Rechten wieder rückgängig machen können. Das schätze ich sehr. Ich bin auch stolz darauf, dass die deutschen Datenschutzgesetze als Vorlage gedient haben.

Allerdings – wie bei den meisten Gesetzen, die Technologie regulieren – werden die echten Fragen zur Umsetzung, die echten Erkenntnisse und die wirklich eleganten Lösungen im Umgang mit diesen Fragen nicht vom Gesetzgeber geklärt. Die DSGVO bietet wenig oder gar keine Hilfestellung und je mehr man über Technologie und Datennutzung weiß, umso weniger hilfreich sind die Angaben darin und umso mehr muss man seinen eigenen Weg finden. Ich hoffe, dass die Anwendung den Meister macht und der Betrieb von Technologie in einer Welt nach der DSGVO zu einer funktionierenden Umsetzung führen wird. Als Vorstand macht es mich allerdings nervös, dass ich dieses Lehrgeld für andere bezahlen muss.

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