Immediate Media
21.02.2024

So lässt sich ein Podcast-Publikum begeistern

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Laut aktuellen Studien ist in Großbritannien bereits ein Drittel der Bevölkerung über 18 Jahren auf den Podcast-Zug aufgesprungen und hört jeden Monat Podcasts. Immediate ist bereits seit einiger Zeit auf dem Audiomarkt aktiv und mit Podcasts wie HistoryExtra, BBC Gardeners' World Magazine,The Radio Times, Instant Genius und A Calmer Life auch überaus erfolgreich.

Ben, es gibt unzählige Podcasts da draußen. Wie schafft man es, sich abzuheben und sein Publikum zu erreichen? 

Immediate ist Eigentümer und Herausgeber einiger der bekanntesten und beliebtesten Medienmarken Großbritanniens. Mit der Magie unserer Marken und der Fülle an Inhalten ist es für uns einfach, fesselnde und informative Podcasts zu entwickeln. Bei Podcasts geht es darum, ein Gefühl zu schaffen und eine Stimmung zu erzeugen, die die Zuhörer:innen anspricht. Wenn man beispielsweise einen Natur-Podcast macht, sollte man raus ins Grüne gehen und die Geräusche einfangen, während man mit den Hörer:innen spricht. Mein Tipp: Macht das Hören zu einem Erlebnis und wisst, wen ihr erreichen wollt. Es ist wichtig, die eigene Zielgruppe zu kennen.

Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Podcast? 

Die Konkurrenz wird immer größer. Weltweit gibt es mittlerweile über 5 Millionen Podcasts und die Produktionsstandards sind enorm gestiegen. Die Einstiegshürde ist sehr hoch und die Qualität der Produktion entscheidend. Ein professionelles Studio mit Radioqualität ist unabdingbar. Die Stimme muss zum Zielpublikum passen und ohne ein tiefes Verständnis des gewählten Themas kommt man nicht weit. Gerade informelle Podcasts erfordern Moderator:innen mit Expertenwissen. Es darf sich nicht nur um eine typische Interviewsituation handeln, sondern sollte vielmehr ein interaktives Gespräch sein, ein Dialog, der sich auf natürliche Weise zwischen zwei Personen entwickelt. Das braucht Zeit und Übung und unterscheidet letztlich auch die guten von den schlechten Podcasts. Das muss man verstehen: Podcasting ist nichts, was man einfach mal so nebenbei macht. 

2023 ergab eine Umfrage im Vereinigten Königreich, dass 37 Prozent der Befragten, die mindestens einmal im Monat Podcasts hören, dies während der Hausarbeit tun. 51 Prozent gaben an, Podcasts zu hören, während sie sich daheim entspannen. Welche weiteren Trends siehst du derzeit auf dem Podcast-Markt?

Menschen sind Gewohnheitstiere und hören Podcasts passend zu ihrem Tagesablauf. Allerdings ändert sich das Konsumverhalten im Laufe der Woche. Zu Beginn der Woche werden eher Nachrichten und Informationspodcasts konsumiert, während am Ende der Woche Sport und Comedy gefragter sind. Es ist wichtig zu verstehen, wer die eigenen Zuhörer:innen sind. Außerdem muss man die erhobenen Daten richtig interpretieren. Regelmäßigkeit und Konsistenz sind die Königsdisziplin. Wenn der Podcast zum Beispiel jeden Dienstag um 6 Uhr morgens erscheint, sollte man sich auch daran halten. Die Hörer:innen verlassen sich darauf und freuen sich, den Podcast zu hören, wenn sie zur Arbeit fahren oder ins Fitnessstudio gehen. Die sollte man nicht enttäuschen. 

Welche Bedeutung haben Podcasts für die Content-Strategie von Immediate als Verlag? 

Wir haben starke Marken aufgebaut, die für ihre Qualität und Relevanz im Alltag unseres Publikums bekannt sind. Uns ist deshalb wichtig, dass unsere Podcasts diese Strategie unterstützen und auf dem Vertrauen aufbauen, das wir bei unserem Publikum durch gedruckte, digitale und Live-Erlebnisse aufgebaut haben.  

Wachstum ist dabei ein Schlüsselfaktor. Wir haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugelegt und müssen sichergehen, dass dieses Wachstum nachhaltig ist. Wir haben eine Geschichte, auf die wir aufbauen können, und das Vertrauen unseres Publikums. Eine bessere Ausgangsposition kann es für uns kaum geben. Die Podcast-Industrie wird weiterwachsen. Wer also jetzt nicht auf den Zug aufgesprungen ist, für den wird es höchste Zeit. 

Inwieweit werden andere Medienformate, wie z. B. Print, durch Podcasts ersetzt?  

Printmagazine stehen seit 30 Jahren unter starkem Druck. Bei digitalen Innovationen stellt sich immer die Frage, was als Nächstes passiert. Podcasts bieten jedoch die Möglichkeit, ein neues und etwas anderes Publikum für einige unserer etablierten Print-Marken zu gewinnen. Das Gefühl, eine Zeitschrift in der Hand zu halten, wird dadurch nicht ersetzt, aber es eröffnet dem Publikum einen neuen Zugang zu unseren Inhalten. 

Wichtig ist auch, zu verstehen, dass nicht jede Marke für einen Podcast geeignet ist. Um ein ansprechendes Audioerlebnis zu schaffen, braucht es Know-how und Erfahrung. Für uns als Medienunternehmen ist es jedoch wichtig, neue Formate frühzeitig zu adaptieren. Wir müssen proaktiv sein. Ich denke, der Erfolg vieler unserer beliebten Podcasts beweist genau das. 

Ben's Tipps für einen guten Podcast 

  • Kenne und verstehe deine Zielgruppe   

  • Begeistere sie mit fesselnden Inhalten 

  • Initiiere eine natürliche Diskussion zwischen Moderator und Gast (Kein Frage-Antwort Ping Pong) 

  • Investiere in hochwertige Produktionsausrüstung 

  • Halte eine konsistente Posting-Frequenz ein 

* Laut dem führenden Podcast Netzwerk Podstars 
** Laut der Online-Plattform für Statistik Statista

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