Super Illu...
29.01.2019

...sorgt für Stadtgespräch!

Super Illu...
29.01.2019

...sorgt für Stadtgespräch!

Vergangene Woche fiel der Startschuss für die neue Event-Reihe, in der Super Illu-Chefredakteur Stefan Kobus gemeinsam mit Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter der Linken, und prominenten Zeitzeugen den Mauerfall, die Wende und die letzten 30 Jahre Einheit Revue passieren lassen. Das Super Illu Stadtgespräch: „30 Jahre Mauerfall, eine ehrliche Bilanz“.

Kompetent, authentisch, erlebbar

Super Illu gibt es seit dem Jahr der Wiedervereinigung 1990 und sie hat die Entwicklung in Deutschland seitdem medial immer unter Einbezug dieser bewegten Geschichte der Deutschen ganz nah begleitet“, erklärt Kobus. „Wir berichten nicht über, sondern für die Menschen, die zwischen Rügen und dem Erzgebirge zu Hause sind. Super Illu ist die Medienheimat der Ostdeutschen und als starke Marke präsent. Mit dem wöchentlichen Magazin, dem Internetauftritt, vielen Sonderheften und -Produkten, der Goldenen Henne und nun auch mit der neuen Reihe ‚Stadtgespräch‘. Wir gehen raus zu unseren Lesern ins Land, machen die Marke erlebbar und hören den Menschen zu, was sie tatsächlich und tagtäglich bewegt. Die Auftaktveranstaltung in Potsdam und die Gespräche danach mit den Besuchern haben gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Klassenfeind gerockt während Mauer fällt

Das Super Illu-Stadtgespräch hatte seinen gelungenen Auftakt vor über 200 zahlenden Gästen in der Schinkelhalle in Potsdam und wird bis Ende des Jahres noch in neun weiteren ostdeutschen Städten zu erleben sein, immer mit Stefan Kobus als Moderator, Gregor Gysi als festem Partner und wechselnden prominenten Gästen. „Wir waren auf Tournee beim Klassenfeind“, erinnert sich Rocklegende Toni Krahl an seinen ganz persönlichen Moment des Mauerfalls am Abend des 9. November 1989. Der Sänger der ostdeutschen Band „City“ war erster Talkgast von Stefan Kobus und Gregor Gysi bei Super Illu-Stadtgespräch in Potsdam. „Wir waren in der BRD auf Tournee. Wir durften schon in den Westen reisen und Konzerte geben, da stand die Mauer gefühlt noch 100 Meter hoch – 1978 das erste Mal.“ Zum Zeitpunkt des Mauerfalls hatte die Rockband einen Auftritt in der BRD „kurioserweise vor der Bundeswehr“, erzählt Krahl und lacht. „Wir standen auf der Bühne, als plötzlich jemand von hinten reinkam und brüllte ‚die Mauer ist auf‘.“ Krahl erzählte nicht nur von seinen ganz persönlichen Erlebnissen, er griff auch zur Gitarre und unterhielt das Publikum mit mehreren musikalischen Solodarbietungen.

Die deutsche Justiz und der Mauerfall

„Der Mauerfall war im Prinzip ein politisches Versehen“, sagt Gregor Gysi. Nicht wenige historische Ereignisse seien aus Missgeschicken und Zufällen heraus entstanden, so Gysi. So ebnete Politbüro-Sprecher Günther Schabowski unfreiwillig den Weg für Mauerfall und Wiedervereinigung, als er am 9. November 1989 Reisefreiheit für alle DDR-Bürger ankündigte. Gregor Gysi, schon damals in der DDR nicht nur politisch aktiv sondern auch als Rechtsanwalt tätig erinnert sich, dass ihn seine damalige Lebensgefährtin mitten in der Nacht um 2 Uhr anrief und sagte: „Gregor, die Mauer ist auf und alle laufen rüber. Gehst Du mit mir rüber?“ Gysi, der anders als die meisten DDR-Bürger schon eine Reiseerlaubnis hatte, verspürte jedoch nicht den großen Drang noch mitten in der Nacht zusammen inmitten von Menschenmassen über die Grenze zu spazieren. Außerdem erwartete ihn am nächsten Morgen um 8 Uhr als Rechtsanwalt ein schnöder Gerichtstermin. „Und ich kenne doch die deutsche Justiz! Die lässt doch keine Verhandlung ausfallen nur weil ein Weltereignis passiert“, erzählt Gysi leicht sarkastisch und sorgt im Publikum für zustimmendes Gelächter. „Und so war es dann auch. Die beiden Schöffen hingen völlig übermüdet da, der vorsitzende Staatsanwalt, alle waren da.“  

Der Blick zurück und auf das bewegte Heute

Rund zweieinhalb Stunden plauderten Gysi, Kobus und Krahl über diesen bedeutsamen Abend vor 30 Jahren, erinnerten sich an manche Erlebnisse und Anekdoten und ließen die Zuschauer an ihrer ehrlichen Bilanz dieser drei Jahrzehnte im wiedervereinigten Deutschland teilhaben. Dabei fällt ihre Bilanz durchaus positiv aus, aber es gibt auch Kritikpunkte. So findet Gysi, dass die Ostdeutschen sich nicht mehr für ihr Leben in der DDR entschuldigen sollten – dies würde immer von Ihnen verlangt. Auch die Versäumnisse der deutschen Einheit, zumindest die aus seiner ganz privaten Sicht, prangerte Gysi in gewohnter Manier deutlich formuliert an: „Es wäre gut gewesen, wenn man vier, fünf Dinge, die in der DDR einfach besser waren als in der BRD, bei der Wiedervereinigung übernommen hätte.“

Das ganze Stadtgespräch auch im Podcast bei Soundcloud.  

Stefan Kobus und Gregor Gysi freuen sich auf weitere spannende Gäste bei den nächsten Super Illu-Stadtgesprächen, wie z.B. Politikerin Manuela Schwesig, Schriftsteller Wladimir Kaminer, Sängerin Jeanette Biedermann, Fußballer Joachim Streich oder Moderatorin, Schauspielerin und Sängerin Inka Bause. Karten gibt es im Vorverkauf für 15 Euro, an der Abendkasse für 19 Euro.

PDF

Weitere Impressionen & Downloads

Super Illu-Chefredakteur Stefan Kobus (rechts) im Gespräch mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Gregor Gysi © Gunnar Blöhe

Beim Super Illu Stadtgespräch sorgte Talkgast und Frontmann der Band „City“, Toni Krahl“ auch für die musikalischen Zwischentöne © Gunnar Blöhe

Passend zu diesem Artikel

Goldene Henne 2018

Auszeichnungen für Otto Waalkes und Gregor Gysi

Goldene Henne 2018

Auszeichnungen für Otto Waalkes und Gregor Gysi

Die ersten Gewinner der Goldenen Henne 2018 stehen fest: Der Komiker Otto Waalkes erhält den Ehrenpreis in der Kategorie „Lebenswerk“, in der Kategorie „Politik“ wird Gregor Gysi geehrt.

Super Illu

So denkt der Osten

Super Illu

So denkt der Osten

Wer ist die wichtigste Stimme des Ostens? Das ist eines der Ergebnisse einer exklusiven Umfrage zur Bundestagswahl von Super Illu und dem Meinungsforschungsinstitut Insa.

Goldene Henne 2018

Zwischen Emotion und Unterhaltung

Goldene Henne 2018

Zwischen Emotion und Unterhaltung

Die Goldene Henne 2018 am vergangenen Freitag war größer, moderner und emotionaler als je zuvor. Ausgezeichnet wurden bekannte Größen wie Otto Waalkes oder Elyas M’Barek – aber mit den Lochis erstmals auch Onlinestars.