Nutracheck
01.09.2023

Von der Vision zur Realität: Die Nutracheck-Story

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Gestartet ist Nutracheck mit der Kalorien- und Ernährungstracking-App und Website bereits im Jahr 2005 – damals steckte die digitale Welt noch in den Kinderschuhen und erst drei Jahre später wurde der App Store überhaupt eingeführt. Wie kamen die Mitbegründer also auf die Idee, eine App zum Zählen von Nährstoffen und Kalorien zu entwickeln?

Wie die Mitbegründer Tim Vryenhoef (CEO), Rachel Hartley (Marketing- und Kommunikationsdirektorin) und Paul Cookson (CTO) auf die Idee kamen, eine App zum Zählen von Nährstoffen und Kalorien zu entwickeln erzählt uns Rachel Hartley. 

Ich habe gerade innerhalb weniger Sekunden den Nährwert meines heutigen Frühstücks ermittelt. Ist Nutracheck so einfach zu bedienen?

Ja, Nutracheck funktioniert, indem es dem Kunden einen individuellen Einblick in seine Lebensmittelauswahl und Essgewohnheiten gibt. Man muss nur aufzeichnen, was man isst – es gibt keine spezielle Diät oder ein kompliziertes Punktesystem. Die App zeigt den Kalorien- und Nährstoffgehalt der Lebensmittel an. Unser Ziel ist es, die Menschen mit den Informationen zu versorgen, die sie brauchen, um nachhaltige, auf sie persönlich zugeschnittene Veränderungen vorzunehmen – das ist lehrreich und motiviert. Es funktioniert, weil es einfach ist.

Nutracheck wurde 2005 ins Leben gerufen. Wann wurde die Idee geboren? 

Tim Vryenhoef hatte die Vision bereits 1999, also vor mehr als 20 Jahren. Tims Idee war es, den Strichcode, der auf Lebensmitteln zu finden ist, mit den Nährwertangaben zu verknüpfen. Diesen konnte man einscannen und so die Informationen erhalten, die helfen die Ernährung zu analysieren. Dafür hat er einen kleinen Stift mit einem Lesegerät entwickelt. Dieses konnte man auf einen Strichcode halten und es zeigte die Informationen auf einem kleinen Bildschirm an. Tim war ein richtiger Visionär. Wir haben die Idee des Lesestifts im Jahr 2001 analysiert und gesehen, dass sie den Leuten gefiel. Aber der Verkaufspreis von 150 £ (€176,00) war zu hoch.

Wir mussten also einen anderen Weg finden und unser Konzept verlagerte sich auf die Verwendung von Mobiltelefonen. Das war die perfekte Lösung – der Kunde besaß bereits die teure Hardware, er musste nur noch unsere Software herunterladen. Es gab jedoch eine Einschränkung. Die Kameratechnologie von Handys war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht gut genug, um einen Barcode zu lesen – was für das Nutracheck-Angebot entscheidend war. Die Lösung war, dass die Benutzer:innen die letzten vier Ziffern eines Barcodes in das Programm eingegeben haben, das dann eine Auswahlliste mit sechs Artikeln anzeigte. Das war nicht perfekt, aber es schränkte die Suche für die Benutzer:innen ein.

Als 2007 dann das iPhone auf den Markt kam, war dies ein entscheidender Wendepunkt. Die Kameratechnologie ermöglichte es uns, das Angebot für unsere Kunden zu erweitern und machte das Scannen von Barcodes möglich. Der App Store kam 2008 auf den Markt und wurde zum Marktplatz für unsere Software. Die nächste große Wachstumschance ergab sich 2017, als Apple Entwicklern erlaubte, Werbung im britischen App Store zu schalten. Das war zuvor nur in den USA möglich - und half uns, die Awareness deutlich zu steigern.

Wie habt Ihr die erste Version der Nutracheck-App zur Verfügung gestellt?

Die allererste Version der Nutracheck-App wurde über ein Java-Programm bereitgestellt, das die Leute auf ihren Handys installierten. Damals, im Jahr 2005, wurden nur Spiele heruntergeladen. Und da es nur diese eine Kategorie gab, wurde Nutracheck als Spiel kategorisiert.

Wie wichtig ist die Datenbank an verfügbaren Lebensmitteln für das Nutracheck-Angebot?

Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Dienstes. Die Nutzer suchen nach Lebensmitteln, die sie gegessen haben, und tragen sie in ihr Tagebuch ein. Im Jahr 2005 gab es in Großbritannien keine Lebensmitteldatenbank mit Barcode auf dem Markt. Wir konnten nichts kaufen oder lizenzieren, also bauten wir unsere eigene Datenbank auf. Das war ein unglaublich manueller und mühsamer Prozess, der viele Arbeitsstunden in Anspruch nahm. Wir bekamen die Erlaubnis, Supermärkte zu besuchen, wo wir mit einem Handscanner einzelne Lebensmittel einscannten. Als wir im Februar 2005 starteten, hatten wir eine Datenbank mit 30.000 Produkten und waren der erste kombinierte mobile und Online-Diätdienst in Großbritannien. Damit haben wir drei Innovationspreise gewonnen.

Wir wissen, dass sich die Welt der Technik stark verändert hat. Und die Kund:innen von Nutracheck?

Der digitale Markt hat sich seit unserem Start komplett verändert und Gesundheits- und Fitness-Apps haben einen schnell wachsenden Sektor geschaffen. Was die Kund:innen vor zehn oder zwanzig Jahren wollten, hat sich ebenfalls verändert. Sie wollen ihre eigenen Entscheidungen treffen und die App so nutzen, wie es am besten zu ihnen passt – Individualität ist immer wichtiger geworden.

Nutracheck hat eine breite demografische Anziehungskraft, sodass wir bei unseren Mitgliedern ein breites Spektrum an technischem Know-how erkennen können: von denen, die mit der Technologie aufgewachsen sind, bis hin zu anderen, die gerade erst lernen, ihr iPad zu bedienen. Wir müssen also sicherstellen, dass unsere App intuitiv zu nutzen ist.

Was haben Euch Eure Kund:innen im Laufe der Jahre über die Entwicklung von Apps beigebracht? 

Menschen hassen Veränderungen! Wir haben schon früh erkannt, dass man bei der Einführung einer neuen Funktion oder bei der Auffrischung einer App nicht einfach wahllos Schaltflächen oder Funktionen verschieben kann, nur weil es aus Designgründen vielleicht schöner wäre. Aber was wir für eine kleine Änderung halten, kann für einen Benutzer, der intensiv mit der App interagiert, extrem störend sein. Also immer umsichtig sein und zuerst Neuerungen testen. Die Nutzer:innen müssen bei allen Änderungen mit ins Boot geholt werden, es darf nicht nur eine designorientierte Entscheidung sein.

Wie hat sich der Nutracheck-Service seit den Anfängen entwickelt?

Man muss sich ständig weiterentwickeln und darauf achten, wo der Markt steht. Am Anfang haben wir Kalorien und Fett gemessen. Dann wollten die Kunden Informationen zu Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett und Proteine), also haben wir diese hinzugefügt. Im Anschluss kamen die Ballaststoffe hinzu, also haben wir auch diese mit einbezogen. Das Ergebnis ist, dass die Nutracheck-App mit diesen Entwicklungen auch immer mehr Leute anspricht.

Mental Health ist heutzutage ein großes Thema. Wie hängt das mit der Idee des Kalorienzählens zusammen?

Wir sind sehr vorsichtig, wie wir unseren Service in der Werbung positionieren, da wir keine sehr jungen Nutzer:innen ansprechen wollen. Nutracheck ist für niemanden unter 18 Jahren zugänglich.

Bei unserer Botschaft geht es um Gesundheit, das Verständnis für die eigene Ernährung und darum, die beste Version von sich selbst zu sein. Die App zeigt Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz und Ballaststoffe an. Wir ermutigen die Menschen, auf die Nährstoffzusammensetzung ihrer gesamten Ernährung zu achten, also nährstoffreiche Lebensmittel zu wählen und nicht nur auf die Kalorienzahl zu achten. Dafür gibt es in der App eine tägliche Zusammenfassung.

Die Art und Weise, wie wir über Gewichtsabnahme sprechen, ändert sich. Der Schwerpunkt liegt zunehmend auf Wellness und der Reduzierung von Übergewicht, um die Gesundheit und nicht nur das Aussehen zu verbessern. Erfreulicherweise setzt sich auch die Modeindustrie inzwischen für die Vielfalt der Körper ein. Sie hat schließlich einen enormen Einfluss auf das allgemeine Körperbild.

Warum ist Nutracheck Deiner Meinung nach so erfolgreich?

Qualität und Liebe zum Detail. Wir haben versucht, in allem, was wir tun, die Besten zu sein. Dadurch haben wir uns das Leben auch selbst schwer gemacht! Aber einer meiner Lieblingssprüche lautet: „The value is in the difficulty." (Die Schwierigkeit definiert den Wert). Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen!

Das ist Nutracheck:

Nutracheck ist die führende britische Ernährungs-Plattform, die ihren 400.000 Premium-Abonnent:innen hilft, ihr Wohlbefinden zu steigern. Damit ist Nutracheck eine der größten digitalen Abo-Apps in Großbritannien, mit mehr digitalen Mitgliedern aus UK als WW (Weight Watchers). Seit November 2022 ist Nutracheck Teil von Immediate Media Co, Burdas Medienunternehmen in Großbritannien.

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Weitere Impressionen & Downloads

Tim Vryenhoef demonstriert, wie die Nutracheck-App in den Anfängen der Mobiltelefonie auf einem alten Motorola Handy funktionierte © Nutracheck

Presseveranstaltung zur Einführung von Nutracheck: Der Schnappschuss zeigt die drei Gründer:innen an der Universität Nottingham im Jahr 2005 © Nutracheck

Nutracheck ist seinem Angebot im Kern immer treu geblieben: Ein mobiler Dienst zum Tracken von Nährstoffen und Kalorien. Hier zu sehen: Ein frühes Beispiel eines Suchergebnisses für die Nährwertangaben einer Coca-Cola von McDonalds © Nutracheck

Ein ausführlicher Artikel in ‚The Evening Post‘ (Nottingham Ausgabe): Einer der vielen Artikel in britischen Zeitungen, die auf die Einführung des innovativen neuen Angebots im Februar 2005 folgten © Nutracheck

Zu Beginn plante Nutrachcheck die Einführung eines Stifts, der Lebensmittel Barcodes scannen und die Nährwertangaben auslesen kann © Nutracheck

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