Home Office mit Kind
08.04.2020

Wir sind dann mal zuhause

Die Wohnung sieht aus wie ein Abenteuer-Spielplatz. Am Esszimmertisch und im Gästezimmer  haben Mama und Papa an ihren Laptops Video-Sitzungen, tippen, schreiben Notizen oder telefonieren am Handy. „Das ist wegen dem Corona-Virus“, erklärt der Dreijährige im Feuerwehrmann Sam-Outfit mit wissender Miene. Wegen dem Corona-Virus gibt es jetzt auch häufiger Süßes, weniger Fernsehverbot, Freunde und Großeltern nur noch per Facetime und der Kindergarten fällt aus – dafür sind Mutter und Vater den ganzen Tag da. Seit Corona ist nichts mehr wie es war. Auch in den eigenen vier Wänden nicht. Für Eltern ist der Spagat zwischen Job und Kinderbetreuung eine große Herausforderung. Wie sie diese meistern, haben uns Burda-Eltern erzählt.

Routinen schaffen

Hausaufgaben betreuen, Bewegung an der frischen Luft einplanen, ausgewogen kochen, alle bei Laune halten – bei dem Versuch, den verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden, stößt man schnell an Grenzen. Und das auch räumlich: „In unserem Haus haben wir nur ein Büro und das gilt es zwischen meinem Mann und mir aufzuteilen“, sagt Meike Nevermann, Senior Brand Manager Bunte und Mutter von zwei Kindergarten-Kindern. Routinen helfen: „Wir sprechen am Vorabend ab, wer zu welcher Uhrzeit seine Videokonferenzen hat und machen somit unsere ganz eigene Konfi-Planung. Für den jeweils anderen wird der Esstisch zum Arbeitsplatz umfunktioniert.“ Ihr Tipp: Einen Raum zum festen Büro machen und die Kids einbeziehen.


„Unsere Kinder haben für unser Büro ein Schild gebastelt. Wenn mein Mann oder ich in einem Videocall sind, hängen wir dieses an die Türklinke. Dann weiß jeder: Hier darf gerade nicht gestört werden.“

Meike Nevermann, Senior Brand Manager Bunte


Flexibel bleiben

„Struktur und möglichst immer gleiche improvisierte Abläufe erleichtern den Alltag zu Hause“, sagt auch Dominik Meier, Kaufmännische Leitung BurdaHome/Life und Papa eines dreieinhalbjährigen Sohnes. Wer kann, wechselt sich mit dem Partner ab, Früh- und Spätschichten gehören mittlerweile dazu. „Der Arbeitsalltag verschiebt sich natürlich, vier Stunden am Stück arbeiten ist nicht mehr drin“, sagt Sonja Vignold, stellvertretende Chefredakteurin BurdaHome Food & Lifestyle.


„Ich nutze morgens gleich jede Minute, solange die beiden Kinder noch schlafen und sitze abends auch noch länger als sonst. Dafür hat man aber auch kein schlechtes Gewissen, wenn man mal eine Stunde kopfüber in der Legokiste hängt, um den einen geriffelten grauen Zweier zu suchen, der für den Monstertruck noch fehlt.“

Sonja Vignold, stellvertretende Chefredakteurin BurdaHome Food & Lifestyle


„Mir hilft es, mich für gewisse Timeslots komplett zu blocken – über Outlook und die entsprechende Vertretung durch Kollegen“, ergänzt Johanna Schallehn, Head of Communications bei BurdaForward. „Das halbherzige Spielen mit Kleinkindern, während man mit der anderen Hand ins Handy tippt, stresst am Ende beide Seiten nur. Mit zweieinhalb Jahren versteht meine Tochter durchaus, wenn ich ihr sage, dass ich noch zehn Minuten arbeiten muss und dann mit ihr spielen werde – aber, wenn es soweit ist, eben auch mit vollem Herzen und ungeteilter Aufmerksamkeit.“

Das Chaos umarmen

Ulf Hannemann, Chef vom Dienst der Focus-Line Extensions, hat drei Kinder im Schul- bis Kindergarten-Alter mit jeweils eigenen Bedürfnissen. Derzeit arbeiten seine Frau und er beide noch im Home Office. „In unserer Wohnung leben wir nun – mehr oder weniger rund um die Uhr – mit fünf Personen eng aufeinander.“ Die Arbeit startet früh morgens mit Anrufen von Unternehmen, weil seine Frau Öffentlichkeitsarbeit für einen Industrieverband macht. Da hilft nur: „Gelassen bleiben, auch mal was liegen lassen, eins nach dem anderen erledigen – und damit leben, dass derzeit nicht alles perfekt sein kann.“

Aber auch mit einem Einzelkind ist Gelassenheit gefragt, weiß Freundin-Redakteurin Marisa Gold, Mutter eines vierjährigen Sohnes.


„Levin hört sehr gerne und ausdauernd Hörbücher, baut Duplo oder malt. Und wenn ich gerade in Ruhe was fertig machen muss, darf er auch mal vier Folgen seiner Lieblingsserie sehen. Ich bin echt kein Fan von Fernsehen – aber wenn jetzt nicht die Zeit für Ausnahmen ist, wann dann?“

Marisa GoldFreundin-Redakteurin


Ihr Tipp: „Umarme das Chaos. Nicht zwischendurch anfangen aufzuräumen! Das ist ein Teufelskreis. Unser halbes Wohnzimmer besteht zum Beispiel gerade aus einer selbstgebauten Höhlenkonstruktion aus Wäscheständer und Bauernhofhäuschen. Das ist okay.“

Einfach machen

Bei der kindgerechten Gestaltung des Alltags gilt wie für so viele Entwicklungen in der Corona-Krisenzeit: Es ist nicht neu, es wird aber jetzt einfach gemacht. Meike Nevermann hat mit ihrer Familie zum Beispiel eine Aktivitäten-Liste mit überfälligen To Do’s erstellt – wie Puzzles fertig legen oder Osterkarten malen und schreiben. Hinzu kommen kreative Ideen, die die beiden beschäftigen. „Titus und Kaya erfinden ihr eigenes Märchen: die beiden ziehen drei unterschiedliche Symbole, die wir vorher auf kleine Zettel gemalt haben und erfinden daraus eine eigene Geschichte.“ Die Kids selbst- und mitmachen lassen, das ist auch für Sonja Vignold entscheidend: „Rezepte aussuchen, zusammen kochen – egal wie die Küche später aussieht.“ Und wem selbst die Ideen ausgehen, kann auf zahlreiche Angebote im Netz zurückgreifen, vom Kitasport bis zum selbst gebauten Agentenparcours im Flur.

Für sich selbst sorgen und offen kommunizieren


„Auch in Quarantäne-Zeiten ausgeglichen zu bleiben und achtsam mit sich selbst umzugehen, halte ich für das Wichtigste. Ich bin davon überzeugt, dass wir unseren Kindern damit den größten Gefallen tun. Denn entspannte Eltern sorgen auch dafür, dass die Kleinen in dieser kontaktlosen, unbekannten und oft auch sehr anstrengenden Situation ihren verlässlichen Ruhepol finden.“

Johanna Schallehn, Head of Communications bei BurdaForward


Dass all dies ohne den Rückhalt ihrer Chefs und Kollegen, eine offene und vertrauensvolle Kommunikation nicht klappen würde – Da sind sich die Burda-Eltern einig. „In dieser besonderen Situation, wie wir sie aktuell erleben, ist das Verständnis des Vorgesetzten natürlich nochmal mehr gefragt“, sagt Meike Nevermann. „Das Vertrauen ist aber groß, dass trotz der Herausforderungen die To Do’s erledigt werden.“

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Weitere Impressionen & Downloads

Den Kleinen an der frischen Luft regelmäßig auspowern - auf die Strategie setzen Dominik Meier und seine Frau (c) Hubert Burda Media

Arbeitsteilung: Johanna Schallehn mit Tochter Paula (c) Hubert Burda Media

Zwischen Arbeit, Kids und Legokiste: Sonja Vignold (c) Hubert Burda Media

Meike Nevermann mit Kaya, Titus und selbst gemachten Schildern

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