Print macht stark
23.10.2019

„Journalisten sind prädestiniert für Social Media“

Print macht stark
23.10.2019

„Journalisten sind prädestiniert für Social Media“

Journalismus auf Instagram, Youtube und in Podcasts – funktioniert das? Und wie! Das beweisen zurzeit einige junge Medienschaffende, die ihr journalistisches Handwerk auf diverse Social-Media-Kanäle anwenden und es auf diese Art und Weise geschafft haben, erfolgreiche Medienmarken ins Leben zu rufen. Wie unternehmerischer Journalismus über die traditionellen Medien hinaus gelingt und wie man ein Markenthema in einen neuen Kontext setzt, zeigen zum Beispiel Mario Lochner mit dem Youtube-Kanal Mission Money, Nadine Estermann mit ihrem Instagram-Magazin Curfashion und Laura Schäfer mit dem Adelspodcast Palast-Geflüster. Alle drei haben mit ihren Formaten die DNA einer existierenden Marke weitergedacht, arbeiten teils mit Printmarken zusammen. Die drei jungen Journalisten, die wöchentlich mehrere tausend Menschen mit ihren Inhalten erreichen, verraten im Interview, wie man Journalismus im digitalen Zeitalter neu denkt.

Wie macht man ein junges, journalistisches Projekt erfolgreich?

Nadine: Der Anspruch sollte derselbe sein, wie bei einem Print-Magazin – von der Themenfindung über die Bildauswahl bis hin zu Korrekturschleifen. So erzeugt man in den sozialen Netzwerken einen ganz anderen Qualitätsstandard und hebt sich von der Masse ab. Natürlich ist es, neben der journalistischen Herangehensweise, auch wichtig, eine Form der Monetarisierung zu finden.

Mario: Put the customer first. Wir überlegen immer, was die Zielgruppe will und was man nicht in wenigen Sekunden bei Google findet. Content ist also King und so ist gutes Storytelling elementar. Dazu gehört eine Ansprache, die zur Zielgruppe passt und Themen, die die Menschen bewegen.

Laura: Der Schlüssel ist, mutig zu sein, Neues auszuprobieren, und hartnäckig an seinen Visionen festzuhalten. Vor zwei Jahren hatte ich überhaupt noch keine Ahnung von Podcasts oder generell von Audio-Inhalten.

Wie kann man sein journalistisches Handwerk auf Social Media einsetzen?

Nadine: Die Herangehensweise auf Social Media und in Redaktionen ist ähnlich. Die Werkzeugkiste eines Redakteurs lässt sich somit genauso auf Instagram-Texte anwenden. Interessante Themen auszuwählen und einen neuen Dreh zu finden, das führt auch in den sozialen Netzwerken zu langfristigem Erfolg.

Mario: Bei Social Media kommt es auch darauf an, Geschichten zu erzählen und die Inhalte zu formatieren. Und es geht um Bildsprache und prägnante Zeilen. Journalisten sind also prädestiniert für Social Media.

Inwiefern bekommen Social-Media-Kanäle immer mehr einen magazinartigen Charakter?

Mario: Ein YouTube-Kanal funktioniert grundsätzlich wie ein Magazin: Wir verkaufen eine Titelgeschichte und müssen dafür eine Zeile finden. Auf unseren Vorschaubildern muss sofort klar werden, worum es geht und diese „Thumbnails“ müssen Emotionen bei den Zuschauern auslösen. In unseren Videos finden sich natürlich auch Rubriken und gewisse Formate wieder wie in einem klassischen Print-Magazin.

Nadine: Social Media wird schon lange nicht mehr nur genutzt, um seinen Freunden zu zeigen, was man isst oder wo man Urlaub macht. Vielmehr ist Instagram mittlerweile zu einer Lifestyleplattform herangewachsen, die mit einem Magazin zu vergleichen ist. Es gibt immer mehr Bilder von professionellen Fotografen und perfekt bearbeitete Hochglanzbilder, längere emotionale und auf die Zielgruppe zugespitzte Texte sowie Servicethemen in den Stories.

Laura: Kein Medium ist so nah beim Empfänger wie ein Podcast. Schließlich sind wir direkt im Ohr unserer Hörer und das schafft eine wahnsinnige Nähe. Zudem bekommen Hörer bei mir ein Programm, das sie einerseits unterhält und ihnen andererseits auch Informatives mitgibt, das sich beim Kaffee mit der besten Freundin optimal teilen lässt. Genau so, als ob man beim Friseur in einem Magazin blättert.

Wie profitiert Eure Marke von Print?

Nadine: Print kann man in so viele Richtungen weiterdenken und mit modernen Ideen verbinden. Die Inhalte unseres Blogs und Instagram-Accounts Curfashion greift das Magazin Lisa wöchentlich auf. So ist es möglich, unsere Zielgruppe zu erweitern und verschiedene Altersklassen miteinander zu verknüpfen. Durch diese medienübergreifende Veröffentlichung sind wir auch besonders attraktiv für Kunden. Mit der Partnerschaft zwischen einer Print- und einer Social-Media-Marke haben wir eine ganz neue Form der Monetarisierung geschaffen.

Laura: Palast-Geflüster profitiert ganz klar von der Reichweite von Bunte – sowie digital als auch Print. Wir haben extrem loyale Leserinnen, die immer wieder zu uns kommen und uns vertrauen. Mit diesem Bonus ist auch der Podcast gestartet und konnte darauf aufbauen. Außerdem sind die Adelsexperten Stefan Blatt und Linna Nickel vom Bunte-Magazin immer wieder Gäste bei uns und perfekte Multiplikatoren.

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Weitere Impressionen & Downloads

Raum für Ideen und Unterstützung – beides brauchen junge Journalisten, um eigene Marken zu entwickeln. Beispiel im Bild: Brainstorming an der Burda Journalistenschule © HBM

Nadine und Isabell Nadine Estermann zeigen in ihrem Instagram-Project Curfashion Star-Nachstylings für curvy Frauen  © Curfashion

Adselspodcast: Bunte.de-Royal-Redakteurin Laura Schäfer beim Palast-Geflüster in Windsor © HBM

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