Print macht stark
29.10.2019

Tausendfach getestet

Print macht stark
29.10.2019

Tausendfach getestet

Tag und Nacht klappt der selbstgebaute Roboter im Chip Testcenter das Handy mit faltbarem Display auf und zu, und auf und zu… Er ist eine Eigenentwicklung der Chip Testcenter-Experten und unterzieht ein topaktuelles Smartphone-Modell gerade dem Härtetest. Im Chip Testcenter werden Digitaltechnikprodukte genauestens unter die Lupe genommen. Mehr als 1000 sind das im Jahr – vom Blumenlieferdienst und Fitnesstracker über 65-Zoll-Fernseher bis hin zu e-Scootern und Kaffee-Vollautomaten. Dieses geprüfte Wissen dient den Chip-Redakteuren dann für Beiträge. Wie genau dies funktioniert und wie Digitaltech-Marke Chip Print und Online verbindet, erzählt der Magazin-Chefredakteur Josef Reitberger.

Herr Reitberger, welches Produkt haben Sie sich auf einen Chip-Test hin schon einmal selbst gekauft?

Das Chip-Testcenter nimmt jährlich gut 1.000 Produkte aus der ganzen Digitaltechnik-Welt unter die Lupe – es wäre wirklich seltsam, wenn ich diesen Daten- und Wissensschatz nicht für meine eigenen Kaufentscheidungen nutzen würde. Bei digitalen Technikprodukten tue ich das praktisch immer. Natürlich gibt es aber auch Produkte, die ich wegen genau einer Schlüsseleigenschaft haben will, und bei denen alle anderen Mess- und Testwerte in den Hintergrund treten. Aus dieser Art von Kaufmotivation haben wir sogar ein Artikelformat abgeleitet: „Chip empfiehlt“ stellt Produkte vor, die ein ganz bestimmtes Anwendungsszenario perfekt erfüllen.

Was genau ist das Chip Testcenter?

Das Testcenter ist eine eigene Abteilung, in der 13 Mitarbeiter arbeiten, vor allem Ingenieure und im Haus ausgebildete Fachinformatiker. Die meisten der über 1.000 getesteten Produkte werden nach Standard-Testverfahren geprüft und in die Test-Kategorien in der Testdatenbank eingepflegt. Ein nicht unerheblicher Teil der Arbeit des Chip Testcenters es aber auch, diese Testverfahren entlang der Evolution von Industrie-Normen anzupassen und weiterzuentwickeln. Bei ganz neuen Produktkategorien ist das Testcenter den Norm-Gremien sogar voraus. So testet es mit einem speziell entwickelten und gebauten Roboter gerade, wie oft die neuen Klapp-Handys mit faltbarem Display auf- und zugeklappt werden können.

Wie fließt diese Testarbeit dann in die Medienprodukte ein?

Die Umsetzung der Testergebnisse in Artikel obliegt den Redakteuren. Ihr Input geht in die Weiterentwicklung der Testverfahren, genau wie der Input aus der Industrie. Das Ganze ist ein sehr offener Prozess. Reproduzierbarkeit und Nachprüfbarkeit sind wichtige Kriterien für unsere Testarbeit.

Chip ist sowohl als Magazin eine Institution, als auch digital. Warum muss es Chip auch gedruckt geben?

Ganz einfach: Weil die Leser das wollen. Der Magazin-Leser konsumiert die Chip-Inhalte anders als der Nutzer von chip.de – und wir bereiten die Themen für diese Nutzung anders auf. Kaufberatung ist ein gutes Beispiel dafür: Online stehen heute in den Bestenlisten die Daten zu 149 Smartphone-Modellen zur Verfügung und deckt damit den deutschen Markt praktisch vollständig ab. Im Magazin haben wir den Platz dafür natürlich nicht. Eine Kaufberatung muss hier von den konkreten Produkten abstrahieren und eine Anleitung geben, mit der der Leser im Elektronik-Fachmarkt oder auch auf amazon.de das richtige Gerät auswählen kann. Die Zielgruppe der Leser, die genau diese Art der Kaufberatung wollen, ist riesengroß.

Wie spielen Print und digital zusammen?

Ganz technisch gesehen: Über Datenbanken. Die Test-Datenbank ist der große Fixpunkt bei allen Artikeln zum Thema Kaufberatung. Daneben gibt es das Format „Praxistipp“ auf chip.de das tausende Lösungen zu aktuellen Problemstellungen in der digitalen Welt als Datenbank sammelt und nach Themen und Zugriffszahlen strukturiert – eine wertvolle Quelle und Inspiration für die großen Praxis-Geschichten im Magazin. Daneben gibt es natürlich die menschliche Ebene: Formell mögen die Redaktionen auf zwei Geschäftsmodelle und GmbHs aufgeteilt sein, der direkte Austausch funktioniert dennoch reibungslos. Bis heute verteilen wir die Experten-Rollen für verschiedene Themenbereiche über beide Redaktionen.

Die erste Ausgabe des Chip Magazins erschien 1978, Chip Online gibt es seit 1996. Eine mediale Ewigkeit. Wie hält man über so lange Jahre das Vertrauen der Leser und User – und schafft es gleichzeitig, mit der Zeit zu gehen?

Für beide Medien-Formate gilt das gleiche: Neues ausprobieren, Leser/Nutzer-Feedback einholen, nachjustieren, optimieren. Und wieder Neues ausprobieren. In der digitalen Technikwelt gibt es kaum Leser, die sich grundsätzlich an den Neuerungen stören – schließlich bewegen wir uns eine einem Produktumfeld, in dem Technik zum Teil nach sechs Monaten veraltet ist. Chip-Leser wollen neue Entwicklungen verstehen und einordnen können, und dazu müssen wir die richtigen Formate anbieten.

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Weitere Impressionen & Downloads

Josef Reitberger © CHIP STUDIOS

40 Jahre Chip: Rund 200 Münchner Schülerinnen und Schüler nahmen an Deutschlands größter Hacker School im Rahmen des Jubiläums teil © Brauer Photos  D. Beckmann for Hubert Burda Media

Die erste Ausgabe des CHIP Magazins erschien 1978 © Hubert Burda Media

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