Hubert Burda

Verleger, Unternehmer, Vordenker

Ein Leben zwischen Kunst, Medien und Innovationen: Hubert Burda hat sich als Unternehmer, Verleger, digitaler Vordenker, Kunsthistoriker und Chefredakteur weltweit einen Namen gemacht. Der geschäftsführende Komplementär der Hubert Burda Media Holding steht heute für die Erfolgsgeschichte seines Medienkonzerns. Das Unternehmen, das zu 100 Prozent im Besitz der Familie Burda ist, meldete für das Geschäftsjahr 2018 einen bereinigten Außenumsatz von 2,66 Milliarden Euro. Als Hubert Burda im Januar 1987 den Offenburger Verlag seines Vaters übernahm, wurde noch ein Umsatz von 500 Millionen DM ausgewiesen. 2010 hat er die operative Unternehmensführung an den Vorstandsvorsitzenden Paul-Bernhard Kallen übergeben. Am 9. Februar 2020 wird Hubert Burda 80 Jahre alt. Er ist verheiratet mit Maria Furtwängler, die gemeinsamen Kinder Jacob Burda (30) und Lisa Furtwängler (28) halten an der Konzernholding seit 2017 jeweils 37,5 Prozent.

Mit Focus schrieb Hubert Burda Publizistikgeschichte

Als Verleger versteht es Hubert Burda, sich in unterschiedlichen, nur scheinbar gegensätzlichen Welten zu bewegen: in der Welt des Journalismus, der Verlags- und Druckerwelt – genauso wie in der Betrachtung der bildenden Kunst und der Literatur. Dass die Motive der einen Welt auf die andere anregend wirken können, ist seine Erfahrung. Die Bedeutung der Macht der Bilder gegenüber dem bloßen Text erkannte er zunächst in der Beschäftigung mit Malerei und Skulptur. Diese Erkenntnis übertrug er auf das Feld der Informationsmedien. Damit erfasste er neue Möglichkeiten, die durch Bilder und Grafiken in Printmedien, vor allem aber in den digitalen Netzen, eröffnet werden. Mit der Gründung des Nachrichtenmagazins Focus schrieb er 1993 deutsche Publizistikgeschichte und erzielte einen beispiellosen wirtschaftlichen Erfolg. Durch die Einführung eines neuartigen News-Designs mit Grafiken und Charts war es möglich, komplexe Inhalte schneller zu vermitteln. Damit vollzog sich ein Phänomen, das der Kunsthistoriker Gottfried Boehm mit dem Begriff des „Iconic Turn“ kennzeichnete, und das von Hubert Burda in das allgemeine Bewusstsein gehoben wurde.

„Wo immer sich Kom­mu­ni­ka­ti­on verändert, verändern sich Fundamente der Ge­sell­schaft”, pflegt Hubert Burda Walter Benjamin zu zitieren.

Als digitaler Visionär Chancen frühzeitig genutzt

Bereits 1994, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, wagte Hubert Burda mit „Europe Online“ seine erste News-Plattform im Internet, die er kurz darauf wieder einstellte. Mit den Erfahrungen im Rücken folgte kurz darauf Focus Online, 2020 das erfolgreichste Newsportal Deutschlands und seine größte digitale Tageszeitung. Hubert Burda hatte als einer der Ersten im Verlagsgeschäft die umwälzenden Chancen der digitalen Medienrevolution erkannt und für sein Haus genutzt.

Auf sein Betreiben öffnete sich Hubert Burda Media früher als andere diesem Markt (Gründung von Focus Online 1995, Beteiligung an der Tomorrow Focus AG 2001) und begann, sein Unternehmen konsequent auf den digitalen Wandel auszurichten.

Er schrieb in seinem Buch „Landwege – Seewege“ über die Transformation der Medien:

„Die Landwege sind nicht verschwunden, als die neuen Seewege von Europa aus den Globus entdeckten und zu beherrschen anfingen. Neben den neuen Seewegen behaupteten sich die alten Landwege, indem sie sich der neuen Situation anpassten und ihre eigene Bedeutung und Notwendigkeit erkannten. Beide begannen sich zu ergänzen. Ähnlich ist es heute mit den traditionellen Medien und den sozialen Netzen.“

Mit dem Auf- und Ausbau eines wachstumsstarken Portfolios von Digitalunternehmen machte er den Konzern zu einem der führenden digitalen Medienunternehmen Europas. 2005 rief er die Konferenz Digital Life Design (DLD) ins Leben, die wichtigste Innovationskonferenz und Austauschbörse der digitalen Welt in Europa. 

Burda baut Unternehmen

Zum Zeitschriftenportfolio Burdas zählen neben vielen anderen Focus, Freundin, Instyle und Bunte, die Hubert Burda von 1976 bis 1986 als Chefredakteur selbst leitete. Zum Portfolio von Hubert Burda Media gehören auch eine große Zahl von erfolgreichen Internetfirmen, wie das soziale Netzwerk Xing, das Ärzteportal Jameda, das E-Commerce-Unternehmen Cyberport, das Reiseportal Holidaycheck, Focus Online, das bei BurdaForward beheimatet ist, dem führenden digitalen Publisher in Deutschland. 2018 übernahm Burda das Medienunternehmen Immediate Media, eines der größten Medienunternehmen in UK, und die dazugehörige Zeitschrift Radio Times.

Der Erfolg einer Idee

Das Unternehmen Hubert Burda Media steht heute auf sehr soliden Füßen – auf der einen Seite steht das starke und hochprofitable Verlagsgeschäft, auf der anderen das wachstumsstarke Geschäft mit digitalen Plattformen. In beide hat Hubert Burda in den vergangenen Jahrzehnten investiert, und in beiden Geschäftsfeldern sieht er die Zukunft des Unternehmens. Hubert Burda lebt vor, dass ein Medienhaus mit Zukunft eine Unternehmenskultur braucht, die Leidenschaft für Innovation mit Tradition und Engagement verbindet.

„Über den Erfolg einer Idee entscheidet nicht die Größe des Unternehmens, sondern sein innovativer Geist“, so Hubert Burda.

Vom „Iconic Turn“ bis zu den „Notizen zur digitalen Revolution“

Hubert Burda hat in letzter Zeit drei Bücher veröffentlicht: „In medias res“ (2011) enthält die Gedanken eines Kunsthistorikers und Verlegers über die Bedeutung des „Iconic Turn“ und der Macht der Bilder. „Die Bunte Story“ (2012) erzählt sein Leben als Journalist und Chefredakteur von Bunte. „Notizen zur Digitalen Revolution 1990-2015“ beschreibt den Lernprozess, den der Autor seit 1990 durchmachte und der ihn dazu brachte, den Print-Verlag mit einem dynamischen digitalen Unternehmen zu einem multimedialen Konzern zu vereinen.

Engagement und Ehrungen

Hubert Burda war von 1997 bis 2016 Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und ist heute dessen Ehrenpräsident. 1991 gründete er den European Publishers Council (EPC) und tritt auf nationaler und internationaler Ebene für die Interessen der Verleger ein. Er initiierte den Petrarca-Preis für europäische Literatur und gründete die Hubert Burda Stiftung, um den interdisziplinären Austausch über Zukunftsthemen voranzutreiben. Zur Würdigung ehrenamtlichen Engagements in Offenburg und in der Ortenau stiftet Hubert Burda den Senator-Ehrenamtspreis. Gemeinsam mit der Stadt Offenburg verleiht er den Europäischen Übersetzerpreis. Nach dem Tod seines ersten Sohne Felix Burda gründete Hubert Burda gemeinsam mit dessen Mutter Christa Maar 2001 die Felix Burda Stiftung zur Darmkrebsprävention. Seither wurden bei 180.000 Menschen Krebsvorstufen entdeckt und entfernt, 80.000 Todesfälle an Darmkrebs verhütet und 40.000 Darmkrebsfälle im meist heilbaren Frühstadium entdeckt.

Für seine verlegerischen und unternehmerischen Leistungen erhielt er zahlreiche Ehrungen. Unter anderem wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und der Jakob-Fugger-Medaille ausgezeichnet. Für seine Förderung des europäischen Kompetenzzentrums für Jüdische Studien in Heidelberg wurde Hubert Burda zum Ehrensenator der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg ernannt. 2012 wurde er zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt. Seit 2019 ist Hubert Burda Ehrenbürger der Stadt München.

Hubert Burda wurde am 9. Februar 1940 in Heidelberg geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Soziologie und wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert.

 

Galerie

1973: Senator Franz (l.), Aenne und Hubert Burda mit Andy Warhol in Offenburg

1976: Franz Burda übergibt die Chefredaktion von Bunte an seinen Sohn

1980: Papst Johannes Paul II. zu Besuch in Deutschland

1983: beim Bunte-Interview mit US-Präsident Ronald Reagan

1993: Verleger Hubert Burda und Chefredakteur Helmut Markwort schreiben mit dem Start des Focus Magazingeschichte

1998: bei der Grundsteinlegung des Offenburger Medienparks mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel

1999: Microsoft-Gründer Bill Gates und Hubert Burda

2002: Hubert Burda mit den Bambi-Preisträgern Halle Berry und dem „King of Pop“ Michael Jackson

2006: die DLD-Schirmherren Hubert Burda und Yossi Vardi mit Robotor Asimo

2009: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im Gespräch mit Hubert Burda

2010: Anlässlich des 70. Geburtstags von Hubert Burda schenkt die Stadt Offenburg ihrem Ehrenbürger einen eigenen Straßennamen

2010: Jubilar Hubert Burda empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Münchner Residenz

2010: "In medias res - zehn Kapitel zum Iconic Turn" erscheint im Wilhelm Fink Verlag

2012: "Die Bunte Story  - ein People-Magazin in Zeiten des Umbruchs" erzählt von Hubert Burdas Zeit als Journalist und Chefredakteur der Bunte

2014: Hubert Burda und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble

2015: In "Notizen zur digitalen Revolution 1990-2015" lässt der Unternehmer 25 Jahre digitale Revolution Revue passieren

2015: Instagram-Gründer Kevin Systrom zu Besuch im Münchner Arabellapark

2015: Familie Burda feiert in der Residenz den 75. Geburtstag des Verlegers